Norovirus auf der AIDAdiva Weltreise: Aktuelle Lage, Fakten und Maßnahmen an Bord
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etwas MEERzeit -
8. Dezember 2025 um 09:59 -
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Für viele Gäste an Bord der AIDAdiva ist es die Reise ihres Lebens: 133 Tage "XXL Weltreise", von Hamburg einmal rund um den Globus. Doch kurz nach dem Verlassen der US-amerikanischen Gewässer und der Passage Richtung Mittelamerika trübte ein unsichtbarer Passagier die Urlaubsfreude. Bis zum 8. Dezember 2025 meldeten die Gesundheitsbehörden über 100 Fälle einer akuten Magen-Darm-Erkrankung an Bord.
Nach intensiven Landgängen an der US-Ostküste (u. a. New York und Miami) stiegen die Fallzahlen von Magen-Darm-Beschwerden sprunghaft an. Laboranalysen bestätigten schnell den Verdacht: Es handelt sich um das Norovirus. Dieser Erreger ist in der Schifffahrt leider ein alter Bekannter. Er ist extrem widerstandsfähig und hoch ansteckend. Ein Händedruck oder der Kontakt mit einer Türklinke können reichen. Aktuelle Daten zeigen, dass von den gut 2.000 Passagieren etwa 4,7 Prozent betroffen sind. Erfreulich ist, dass die Crew mit einer Quote von unter 1 Prozent kaum betroffen ist – ein Indiz dafür, dass die Verbreitung primär von Mensch zu Mensch unter den Gästen stattfindet und nicht etwa durch zentral zubereitete Speisen.
Um die Ausbreitung von Backbord bis Steuerbord einzudämmen, hat die Reederei AIDA Cruises sofort und professionell reagiert. An Bord gilt der sogenannte "Red Level"-Hygienestatus. Das bedeutet im Detail:
- Keine Selbstbedienung: In den beliebten Buffet-Restaurants, wie dem Markt Restaurant, dürfen sich Gäste das Essen nicht mehr selbst nehmen. Die Crew portioniert die Speisen, um Kontaktübertragungen am Vorlegebesteck zu verhindern.
- Intensive Reinigung: Die Reinigungsintervalle für Handläufe, Aufzugsknöpfe und öffentliche Bereiche wurden massiv erhöht. Es kommen spezielle Desinfektionsmittel zum Einsatz, die wirksam gegen Viren sind.
- Isolation: Erkrankte Gäste werden gebeten, in ihren Kabinen zu bleiben, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind. Sie werden dort per Room Service mit Schonkost versorgt.
Das Jahr 2025 zeichnet sich statistisch als ein intensives Jahr für Noroviren auf See aus. Auch andere Reedereien wie Cunard oder Royal Caribbean hatten in diesem Jahr bereits mit ähnlichen Wellen zu kämpfen. Experten vermuten neue Virusvarianten an Land, die durch Passagiere an Bord gebracht werden. Ein Kreuzfahrtschiff ist ein geschlossenes System, in dem Menschen eng zusammenleben – das begünstigt leider die Verbreitung, wenn nicht diszipliniert gegengesteuert wird.
Das Schiff befindet sich aktuell an der Westküste Nordamerikas, auf dem Weg nach Puntarenas in Costa Rica. Die Stimmung an Bord ist verständlicherweise angespannt, da niemand die Reisehighlights verpassen möchte. Die Kooperation mit den US-Behörden (CDC) läuft transparent und engmaschig, um sicherzustellen, dass das Schiff seine Reise wie geplant fortsetzen kann.
Für betroffene Gäste stellt sich natürlich auch die Frage nach einer Entschädigung. Nach deutschem Reiserecht ist eine Quarantäne in der Kabine ein erheblicher Mangel, der oft zu einer Reisepreisminderung berechtigt.
Wir drücken der Crew und den Gästen die Daumen, dass die Maßnahmen schnell greifen und der Fokus bald wieder auf den Traumzielen der Weltreise liegt.