MS Hamburg Weltreise 2025: Start wegen Sturm Darragh kurzfristig nach Genua verlegt
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etwas MEERzeit -
8. Dezember 2025 um 09:14 -
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Das Schiff der Bremer Reederei Plantours Kreuzfahrten (Ligabue Group) verlegte seinen Start kurzfristig über 1.000 Kilometer in den Süden nach Genua. Der Grund für diese ungewöhnliche Maßnahme war keine Laune der Reederei, sondern pure meteorologische Notwendigkeit. Der Blick auf die Wetterkarten ließ den Verantwortlichen keine Wahl. Das Sturmtief „Darragh“ hatte sich über dem Nordatlantik rasant entwickelt. Meteorologen warnten vor einer sogenannten „Rapiden Zyklogenese“ – einer explosionsartigen Vertiefung des Tiefdruckgebiets. Für die Biskaya und den Ärmelkanal bedeutete dies Wellenhöhen von über 10 Metern und orkanartige Winde.
Die MS Hamburg ist mit ihren 144 Metern Länge und maximal 400 Passagieren ein wunderbar familiäres Schiff, das sogar über die Eisklasse E2 verfügt. Doch gegen die Physik kommt auch die beste Technik nicht an. Bei 10 Meter hohen Wellen wäre eine sichere und komfortable Fahrt schlicht unmöglich gewesen. Um Schäden am Schiff und Verletzungen bei Gästen und Crew zu vermeiden, entschied sich Plantours für die Flucht nach vorne – oder besser gesagt: nach Süden.
Binnen weniger als 72 Stunden organisierte die Reederei eine komplette Verlegung des Reisestarts. Ein enormer Aufwand, der jedoch reibungslos funktionierte:
- Luftbrücke: Zwei Sonderflugzeuge brachten den Großteil der Gäste von Hamburg direkt nach Italien.
- Busse: Wer nicht fliegen wollte oder konnte, wurde in komfortablen Reisebussen inklusive Zwischenübernachtung in den Süden chauffiert.
- Gepäck: Auch für die zahlreichen Koffer der Weltreise-Gäste wurden Lösungen gefunden, sodass am 6. Dezember alle Passagiere wohlbehalten an Bord gehen konnten.
Die Kosten für diesen massiven Eingriff übernahm die Reederei komplett – ein klares Signal der neuen Eigentümer, der Ligabue Group, dass Service und Sicherheit oberste Priorität haben.
Neue Route: Dolce Vita statt Atlantik-Sturm
Wer nun an der Reling steht und nach Steuerbord blickt, sieht statt der grauen Atlantikküste die malerische Riviera. Die ursprünglichen Häfen Brest, Vigo und Lissabon, die voll im Einflussbereich des Sturms lagen, wurden gestrichen.
Stattdessen genießen die Gäste nun eine exklusive Tour durch das westliche Mittelmeer:
- Genua & Nizza: Ein Start mit italienischem Flair und französischem Chic.
- Sète & Palamós: Kleinere Häfen, die für die großen Pötte oft unerreichbar sind, aber perfekt zur Größe der MS Hamburg passen.
- Valencia & Cádiz: Hier gibt es Kultur und Geschichte, bevor das Schiff Kurs auf den Atlantik nimmt.
Ab dem 14. Dezember, wenn das Schiff im portugiesischen Portimão eintrifft, läuft der Fahrplan wieder wie ursprünglich geplant.
Ausblick: 132 Tage Abenteuer
Trotz des turbulenten Starts liegt eine Traumreise vor den Gästen. Die Route führt über Weihnachten nach Brasilien, wo Silvester vor der Copacabana gefeiert wird. Im neuen Jahr stehen dann echte Highlights an: Die MS Hamburg wird Kurs auf die Antarktis nehmen. Dank der bordeigenen Zodiacs sind hier echte Anlandungen möglich, nicht nur bloßes Vorbeifahren.
Über die Falklandinseln, Südgeorgien und das abgelegene Tristan da Cunha geht es weiter nach Südafrika und durch den Indischen Ozean zurück Richtung Europa. Wenn das Schiff am 17. April 2026 wieder in Hamburg festmacht – dann hoffentlich bei ruhiger See an der Elbe – haben die Gäste einmal die Welt umrundet. Der Start in Genua wird dann sicher als eine der spannendsten Anekdoten dieser Reise in Erinnerung bleiben.