9fach-Taufe: Viking Cruises überschreitet die 100-Schiff-Marke!
-
etwas MEERzeit -
23. Oktober 2025 um 10:52 -
1.290 Mal gelesen -
0 Antworten
Die zentrale Taufzeremonie, auch "Global Christening" genannt, fand an Bord der Viking Honir in Basel, Schweiz, statt, einem wichtigen Knotenpunkt für europäische Flussreisen. Das Besondere: Acht weitere neue Flussschiffe, die sogenannten Longships, wurden gleichzeitig per Live-Video aus sechs verschiedenen Ländern eingebunden.
Die Standorte der neuen Schiffe, die alle im bekannten, eleganten skandinavischen Design gehalten sind und sich ausschließlich an Erwachsene richten, verdeutlichen Vikings globale Reichweite:
- Europa: Die Viking Honir (Rhein), Viking Annar (Seine in Paris) und Viking Gyda (Douro in Portugal) starteten direkt in ihre Einsatzgebiete.
- Wachstumsmärkte: Schiffe wie die Viking Thoth und Viking Amun wurden in Luxor, Ägypten (Nil), getauft, und die Viking Tonle in My Tho, Vietnam (Mekong).
- Werft: Drei weitere Schiffe befanden sich noch bei der Neptun Werft in Rostock an backbord, sprich links, im Bau.
Strategisch wählte Viking interne Führungskräfte sowie CEOs lokaler Partnerunternehmen, insbesondere für die komplexen Nil-Routen, als Paten aus. Diese Entscheidungen unterstreichen die Wertschätzung für das eigene Know-how und die Bedeutung starker lokaler Bindungen für die weltweite Expansion.
Mit 103 Schiffen übertrifft Viking nun, gemessen an der reinen Anzahl der Einheiten, den bisherigen Branchenführer Carnival Corporation (94 Schiffe). Dieser Vorsprung ist medial sehr wirkungsvoll. Es ist aber sachlich wichtig zu betonen, dass Vikings Flotte hauptsächlich aus kleineren Flusskreuzfahrtschiffen besteht, während die Schiffe von Carnival Hochseeriesen sind. Die hohe Anzahl bei Viking ermöglicht eine große Skalierung und eine tiefe Marktdurchdringung auf verschiedenen, teils schwer zugänglichen Wasserwegen wie Nil oder Mekong. Dies passt zur Philosophie des Unternehmens, das auf kulturelle Bildung, gehobene Erlebnisse und Reisen ohne Casinos setzt – CEO Hagen nennt diesen Ansatz „contrarian“ (entgegengesetzt zum Trend).
Die Finanzmärkte reagierten positiv auf diesen Meilenstein. Die Aktien von Viking Holdings verzeichneten im laufenden Jahr bereits ein starkes Plus von 40%, was das Vertrauen der Investoren in das effiziente und langfristig geplante Wachstum des Unternehmens widerspiegelt. Die Baupläne sehen eine Erweiterung auf insgesamt etwa 135 Schiffe bis 2031 vor, darunter weitere Fluss- und Hochseeschiffe. Trotz des Fokus auf gehobenes, bewusstes Reisen steht Viking vor einer großen Herausforderung im Bereich Umweltschutz. Obwohl das Unternehmen transparent über Umweltpraktiken berichtet, gibt es Kritik an der Wasserqualität von elf Schiffen der Flotte. Diese Schiffe sind mit Abgaswäschern (sogenannten Scrubbern) ausgestattet.
Scrubber werden eingesetzt, um strenge Luftreinhaltungsnormen zu erfüllen und den Reedereien die Nutzung von günstigerem Schweröl (HFO) zu ermöglichen. Der große Nachteil, und der Grund für die Kritik, liegt darin, dass diese Technologie die Luftverschmutzung in hochgiftige Wasserverschmutzung umwandelt. Die Abwässer der Scrubber, die ins Meer geleitet werden, enthalten Säuren, Schwermetalle und andere Schadstoffe, die die Ozeanversauerung und die Umwelt schädigen. Diese Praxis steht im Widerspruch zum Markenversprechen Vikings, Reisen in unberührte Regionen anzubieten, und birgt ein erhebliches Reputationsrisiko. Um den langfristigen strategischen Erfolg zu sichern, wird Viking daher seine Umweltstrategie – insbesondere die Abkehr von umweltbelastenden Technologien hin zu saubereren Kraftstoffen – an Steuerbord, also rechts, in den Fokus stellen müssen.