AIDAprima Route: Streikrisiko in Zeebrugge – Verlängerter Stopp in Le Havre
-
etwas MEERzeit -
23. Oktober 2025 um 07:51 -
910 Mal gelesen -
0 Antworten
Die Streichung des belgischen Hafens ist eine vorsorgliche Maßnahme, um den gesamten Fahrplan zu sichern. Hintergrund sind die anhaltenden Arbeitskampfmaßnahmen der belgischen Seelotsen. Die Gewerkschaften hatten ihre Arbeitsniederlegung nur bis zum 24. Oktober 2025, 07:30 Uhr, unterbrochen.
Die AIDAprima war ursprünglich für 10:00 Uhr am 24. Oktober in Zeebrugge erwartet worden. Das sind nur zweieinhalb Stunden nach dem Ende der Streikaussetzung. Wäre der Streik wieder ausgebrochen, hätte das Kreuzfahrtschiff der Reederei ohne Lotsendienst nicht sicher in den Hafen einfahren oder dort anlegen können. Ein Schiff dieser Größe muss sich auf die notwendigen Lotsendienste verlassen können. Eine mögliche Verzögerung hätte die pünktliche Rückkehr nach Hamburg gefährdet. Deshalb hat die Reederei das Risiko einer Betriebsstörung vermieden und Zeebrugge gestrichen.
Als cleveren Ausgleich für den entfallenen Hafenbesuch wurde der geplante Stopp in Le Havre strategisch verlängert. Der französische Hafen, der als Tor zur Normandie und zur Metropole Paris dient, wird nun fast zwei volle Tage angelaufen. Um die verlängerte Liegezeit in Le Havre zu ermöglichen, wurde der vorherige Stopp in Cherbourg etwas verkürzt und das Schiff konnte früher festmachen. Durch die komplette Streichung von Zeebrugge spart das Schiff die gesamte Transitzeit durch den Ärmelkanal und die südliche Nordsee. Diese gewonnene Zeit wird den Gästen nun in Form eines längeren Aufenthalts in Frankreich gutgeschrieben.
Die Passagiere haben somit die Möglichkeit, längere und entspanntere Ausflüge nach Paris oder in die Normandie zu unternehmen, was bei einem normalen Tagesstopp oft logistisch schwierig ist. Das Ziel ist klar: Das Risiko eines Streiks wird gegen eine attraktive und sichere Alternative getauscht. Das schiff liegt aktuell (23. Oktober 2025) sicher und planmäßig im Hafen von Le Havre. Am Steuerbord-Bug grüßt die Stadt. Trotz des Ausfalls des Hafens in Belgien handelt es sich laut deutschem Reiserecht um einen Reisemangel, da Zeebrugge beworben wurde. Gäste können daher möglicherweise eine anteilige Minderung des Reisepreises geltend machen. Die Reederei hat die Passagiere und Reisebüros aber bereits proaktiv informiert und erstattet alle gebuchten Leistungen, die Zeebrugge betreffen.
Die Verlängerung in Le Havre wertet die Reise aber touristisch auf und minimiert dadurch mögliche Forderungen. Anstatt eines Seetages bekommen die Reisenden die Gelegenheit, Paris und die Normandie intensiver zu erkunden. Die operative Entscheidung beweist die Flexibilität und das gute Risikomanagement der Reederei. Besonders wichtig ist die Einhaltung der pünktlichen Rückkehr nach Hamburg am 26. Oktober 2025, da unmittelbar danach neue Routen für die AIDAprima beginnen.