Grüner auf hoher See: Carnival zieht Klimaziele vor
-
etwas MEERzeit -
9. August 2026 um 18:26 -
490 Mal gelesen -
0 Antworten
Doch wie genau wird dieses ehrgeizige Ziel umgesetzt? Carnival setzt auf eine Mischung aus neuen, effizienteren Schiffen und cleverer Technik. Ältere Pötte werden ausgemustert, während die neuen Flottenmitglieder mit Landstromanschlüssen und modernen LNG-Antrieben (Flüssigerdgas) ausgestattet sind. Zudem helfen kleine Tricks, wie winzige Luftbläschen unter dem Rumpf, den Widerstand im Wasser zu verringern. All das spart nicht nur Energie, sondern schützt das Unternehmen auch vor den strengen und teuren Umweltstrafen der europäischen Union.
Allerdings gibt es bei der ganzen Euphorie auch einen kleinen Haken. Die Ziele des Konzerns beziehen sich immer nur auf den Ausstoß pro Passagier. Das bedeutet: Da die Kreuzfahrtbranche weiter boomt und immer mehr und größere Schiffe gebaut werden, steigt der absolute CO2-Ausstoß insgesamt trotzdem an. Zudem ist der Einsatz von LNG nicht unumstritten, da bei der Verbrennung sogenannter „Methanschlupf“ entsteht, der dem Klima auf andere Weise schadet. Absolute Einsparziele lehnt Carnival derzeit noch ab, da schlichtweg die passenden, wirklich grünen Kraftstoffe weltweit noch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Carnival Corporation echte Ingenieursarbeit leistet, um die eigenen Schiffe so sauber und effizient wie möglich zu machen. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der auch durch strenge europäische Vorschriften angetrieben wird. Bis wir jedoch komplett klimaneutral und ohne schlechtes Gewissen in den Urlaub schippern können, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern. Die große Aufgabe bleibt es, alternative Kraftstoffe in Zukunft weltweit für alle Schiffe nutzbar zu machen.