[UPDATE] AIDAperla bricht Hafenanlauf in Nordfjordeid wegen starker Defekts am Seawalk ab
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7. Juli 2026 um 08:44 -
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Aus Gründen der Transparenz und der journalistischen Sorgfaltspflicht finden Sie im Folgenden unseren ursprünglichen Artikel vom 07.07.2026 im Originalwortlaut.
Heute, am 07.07.2026, musste das Kreuzfahrtschiff AIDAperla seinen geplanten Anlauf im norwegischen Nordfjordeid kurzfristig abbrechen. Das 300 Meter lange Schiff der Hyperion-Klasse befand sich auf dem Weg in den Hafen, als starke Winde von bis zu 9,7 Metern pro Sekunde die Sicherheit gefährdeten. Da die AIDAperla über eine enorme Angriffsfläche für Wind verfügt und die schiffseigenen Stabilisatoren bei den geringen Geschwindigkeiten im Hafenbecken wirkungslos sind, entschied sich die Schiffsführung für den sicheren Abbruch. Sicherheit geht auf See immer vor.
Ein Hauptgrund für die Umkehr liegt in der besonderen Infrastruktur vor Ort. Nordfjordeid nutzt keine feste Kaimauer aus Beton, sondern den sogenannten "SeaWalk". Diese schwimmende Brücke wird an das Schiff herangefahren, während es zwischen großen Bojen ankernd die Position hält. Wenn jedoch starke Winde von Steuerbord oder Backbord auf die riesige Schiffsseite drücken oder plötzlich Fallwinde im Fjord auftreten, droht das Schiff abzudriften. Die sensible Verbindung könnte abreißen und schwere Schäden verursachen. Um dieses Risiko zu vermeiden, wurde das Einlaufen gestoppt.
Für die Gäste an Bord bedeutet dies eine kurzfristige Planänderung. Anstatt über den SeaWalk an Land zu gehen, erleben die Urlauber nun einen unerwarteten Seetag mit spektakulärem "Scenic Cruising" durch die norwegische Fjordlandschaft. Alle vorab gebuchten Landausflüge werden der Reisekasse automatisch gutgeschrieben. Zudem wird das Unterhaltungsprogramm an Bord, etwa im überdachten Beach Club oder im Theatrium, umgehend hochgefahren. Auch wenn bei einem Hafenausfall rechtlich gesehen ein Reisemangel vorliegt, reagieren die Reedereien meist schnell mit kleinen Aufmerksamkeiten.
Für die kleine Gemeinde am Nordfjord hat der Ausfall allerdings spürbare wirtschaftliche Folgen. Da bis zu 4.000 Passagiere fehlen, bleiben Museen wie das Sagastad-Zentrum leer und gebuchte Ausflugsbusse stehen still. Der Ort ist stark auf die Einnahmen durch die Kreuzfahrtschiffe angewiesen. Dieses Ereignis zeigt deutlich, wie anfällig der moderne Fjord-Tourismus für das Wetter ist. Die Reederei richtet den Kurs der AIDAperla nun direkt auf den nächsten geplanten Hafen in Ålesund.