Vasco da Gama: Kreuzfahrt wegen Propeller-Defekt kurzfristig abgesagt
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etwas MEERzeit -
25. Mai 2026 um 04:33 -
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Der aktuelle Ausfall kommt nicht ganz überraschend. Schon während der großen Weltreise im Frühjahr machten die Antriebe auf der Steuerbordseite Probleme. Die Reise musste deshalb im April vorzeitig in Lissabon enden. Nach wochenlangen Reparaturen in Frankreich schien Mitte Mai nach erfolgreichen Testfahrten eigentlich alles bereit für den Neustart, doch unter Dauerbelastung versagte das System erneut.
Bei dem Defekt geht es um ein sogenanntes Verstellpropeller-System (Controllable Pitch Propeller). Diese Technik macht das Manövrieren in engen Häfen oder norwegischen Fjorden zwar besonders einfach, ist aber extrem komplex. Bei älterer Tonnage wie der über 30 Jahre alten Vasco da Gama führt die ständige mechanische und hydraulische Belastung im Salzwasser irgendwann zu Materialermüdung, die sich oft erst bei längeren Fahrten zeigt.
Für den Stuttgarter Reiseveranstalter Nicko Cruises ist die Absage ein logistischer und finanzieller Albtraum. Da das Unternehmen auf hoher See eine Ein-Schiff-Strategie verfolgt, gibt es keine Ausweichkapazitäten. Betroffene Passagiere haben nach dem strengen europäischen Reiserecht Anspruch auf die volle Rückerstattung des Preises in bar sowie auf saftige Entschädigungen wegen entgangener Urlaubsfreude von bis zu 73 Prozent.
Auch für den Hamburger Hafen, wo am Terminal Altona bereits alles für die Ankunft vorbereitet war, hat die kurzfristige Stornierung massive Folgen. Für den Betreiber Mystic Invest zeigt dieser Vorfall deutlich die Risiken von älteren Einzelschiffen. Nicko Cruises versucht nun mit Kulanzangeboten wie Rabatten das Vertrauen der Premium-Gäste zu retten, während das Schiff in Brest auf eine gründliche Lösung wartet.