Projektstopp in Mexiko: Aus für das Kreuzfahrt-Megaprojekt „Perfect Day Mexico“
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etwas MEERzeit -
23. Mai 2026 um 18:20 -
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Die Behörde stellte bei der Prüfung gleich 33 schwerwiegende und nicht ausgleichbare Umweltrisiken fest. Der Kern des Problems: Das Baugebiet liegt direkt am empfindlichen Mesoamerikanischen Riff. Durch geplante Baggerarbeiten und riesige Mengen an aufgewirbeltem Sediment drohte den Korallen der Erstickungstod. Zudem hätten intakte Mangrovenwälder für Rutschen und Pools weichen müssen – ein fataler Eingriff, da diese Mangroven als unverzichtbarer Küstenschutz und wichtiger CO2-Speicher dienen.
Ein weiteres, unsichtbares Risiko war der geplante Umgang mit Wasser. Das Projekt sah vor, hochkonzentrierte, salzige und teils chemisch belastete Abwässer tief in den porösen Karstboden zu leiten. Von dort aus wären die giftigen Stoffe unweigerlich in das riesige unterirdische Süßwassernetz der Region und schließlich ins offene Meer gelangt. Auch der Lebensraum vieler bedrohter Tierarten, darunter Jaguare und Meeresschildkröten, stand akut auf dem Spiel.
Für die Royal Caribbean Group war der Park als hochprofitables, in sich geschlossenes Konzept gedacht. Bis zu 21.000 tägliche Kreuzfahrtgäste sollten ihr Geld fast ausschließlich auf dem konzerneigenen Gelände ausgeben. Die kleine Gemeinde Mahahual mit ihren knapp 3.000 Einwohnern hätte zwar die Belastungen durch Müll und Abwasser tragen müssen, vom wirtschaftlichen Nutzen aber kaum etwas gesehen. Lokale Betriebe befürchteten, systematisch vom Tourismus abgeschnitten zu werden.
Gegen diese Pläne formierte sich massiver Widerstand. Lokale Umweltschutzgruppen und NGOs deckten auf, dass Umweltstudien offenbar künstlich aufgespalten wurden, um das wahre Ausmaß der Schäden zu verschleiern. Erste juristische Erfolge der Aktivisten führten rasch zu gerichtlich angeordneten Baustopps. Unerwartete, aber gewaltige Unterstützung kam aus dem Netz: Fans von Popstars wie Taylor Swift und der K-Pop-Band BTS machten das Thema weltweit viral und sammelten in kürzester Zeit Millionen Unterschriften gegen das Projekt.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum stellte sich letztendlich klar auf die Seite der Naturschützer. Damit beendete sie die bisherige Politik, bei der Großinvestitionen oft stillschweigend Vorrang vor der Natur hatten. Für Royal Caribbean bedeutet das endgültige Aus einen harten finanziellen Schlag: Knapp 300 Millionen US-Dollar wurden bereits in Grundstücke und den Hafen investiert – Kapital, das nun vorerst feststeckt. Der Stopp von „Perfect Day Mexico“ hat zudem eine starke Signalwirkung für die gesamte Karibik und zeigt deutlich: Die Grenzen des ungebremsten und unkontrollierten Massentourismus sind erreicht.