Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Evakuierung der MV Hondius
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etwas MEERzeit -
11. Mai 2026 um 11:26 -
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Seinen Ursprung nahm der Ausbruch vermutlich schon vor Reisebeginn. Ein Passagier steckte sich wohl bei einem Landgang im argentinischen Ushuaia an. Da die Inkubationszeit des Virus bis zu acht Wochen dauern kann, blieb die Krankheit zunächst völlig unbemerkt. Das Andes-Virus ist eine Besonderheit, da es bei sehr engen Kontakten von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. An Bord führte dies zu weiteren Infektionen und stellte die Besatzung sowie die Passagiere vor enorme Herausforderungen.
Besonders brisant wurde die Situation durch einen Zwischenstopp auf der Insel St. Helena Ende April. Dort verließen 29 Passagiere das Schiff und traten regulär die Heimreise an. Als die wahre Ursache der Erkrankungen an Bord bekannt wurde, startete eine weltweite, gigantische Aktion zur Kontaktverfolgung. Gesundheitsbehörden auf vier Kontinenten mussten die ausgeflogenen Passagiere schnellstmöglich ausfindig machen und isolieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Die laufenden Rettungs- und Evakuierungsmaßnahmen gleichen teilweise einem Hollywood-Film. Für einen erkrankten Passagier auf der extrem abgelegenen Insel Tristan da Cunha ließ das britische Militär sogar Ärzte und medizinisches Gerät per Fallschirm abwerfen. Vor Teneriffa durfte das Schiff nicht in den Hafen einlaufen. Die Passagiere verließen das Schiff an Backbord und Steuerbord in kleinen Gruppen über die schiffseigenen Zodiac-Schlauchboote. Dabei galten strengste Sicherheitsvorkehrungen und alle Beteiligten trugen Vollschutzanzüge.
Die restlichen Passagiere wurden in speziellen Flugzeugen in ihre Heimatländer gebracht, wo sie nun unter strenger Quarantäne stehen. Die MV Hondius selbst tritt ihre letzte Etappe mit einer Notbesatzung an. Sie fährt zurück in ihren Heimathafen Rotterdam, wo sie einer extrem aufwendigen und vollständigen Desinfektion unterzogen wird. Dieser Vorfall zeigt eindrucksvoll, wie verwundbar Expeditionskreuzfahrten sein können, beweist aber auch, dass das weltweite Krisenmanagement funktioniert.