Hantavirus-Ausbruch auf See: Ernsthafte Lage auf der MV Hondius
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4. Mai 2026 um 12:03 -
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Die Reise der MV Hondius begann Ende März im argentinischen Ushuaia und führte durch abgelegene Regionen wie die Antarktis und den Südatlantik. Die ersten Krankheitsfälle traten auf offener See auf. Ein niederländischer Passagier zeigte zunächst grippeähnliche Symptome und verstarb kurz vor Erreichen der Insel St. Helena. Auch seine Ehefrau sowie ein britischer Mitreisender mussten später notevakuiert werden. Da das Schiff in extrem isolierten Gewässern unterwegs war, gestaltete sich die medizinische Hilfe äußerst logistisch anspruchsvoll.
Für Experten ist der Ausbruch ein großes Rätsel. Hantaviren werden normalerweise durch Nagetiere übertragen und gelten nicht als ansteckend von Mensch zu Mensch. Dass gleich sechs Personen auf einem modernen Kreuzfahrtschiff erkranken, ist extrem ungewöhnlich. Forscher vermuten nun zwei Szenarien: Entweder handelt es sich um das seltene Andes-Virus aus Südamerika, das tatsächlich von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Oder es befinden sich infizierte Nagetiere an Bord, die das Virus über das Lüftungssystem verbreitet haben.
Die Situation zieht weite diplomatische und medizinische Kreise. Die Behörden von Kap Verde verweigerten aus Sorge vor einer Ausbreitung die Evakuierung der kranken Crewmitglieder an Land. Nun organisieren die Niederlande, unter deren Flagge das Schiff fährt, spezielle Rückholflüge. Dieser Vorfall dürfte die internationalen Hygienestandards und Notfallpläne für Expeditionskreuzfahrten in Zukunft nachhaltig verändern.