Mega-Deal und Werften-Krimi: So baut Europa die Kreuzfahrtschiffe der Zukunft
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etwas MEERzeit -
30. März 2026 um 12:43 -
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Für die italienische Fincantieri-Werft laufen die Geschäfte fantastisch. Mit den neuen Milliardenaufträgen aus dem deutschsprachigen Raum platzen die Auftragsbücher förmlich aus allen Nähten. Die Italiener punkten bei den Reedereien vor allem mit modernster Umwelttechnik wie flexiblen Multi-Fuel-Motoren. Ein weiterer, riesiger Vorteil: Fincantieri genießt starke staatliche Rückendeckung. Das ermöglicht den Reedern besonders sichere und attraktive Finanzierungsmodelle für die teuren Schiffsneubauten.
In Papenburg sah die Lage hingegen noch vor kurzem dramatisch aus. Die traditionelle Meyer Werft geriet in eine schwere finanzielle Schieflage. Extrem hohe Zinsen für die Vorfinanzierung der Schiffe und veraltete Festpreisverträge fraßen die Gewinne komplett auf. Ohne staatliche Hilfe drohte das endgültige Aus. Um die tausenden Arbeitsplätze und das maritime Know-how der Region zu retten, sprangen schließlich der Bund und das Land Niedersachsen ein. Sie übernahmen 80 Prozent der Werft und sicherten den laufenden Betrieb mit Garantien in Milliardenhöhe ab.
Diese drastische Rettungsaktion brachte glücklicherweise den erhofften Erfolg. Ende 2025 sicherte sich die Meyer Werft einen historischen Mega-Deal. Die Schweizer Reederei MSC Cruises bestellte gleich vier, mit Optionen auf bis zu sechs neue Kreuzfahrtschiffe für rund zehn Milliarden Euro. Dieser gigantische Auftrag sorgt nun dafür, dass die Docks in Papenburg bis weit in die 2030er Jahre gut ausgelastet sind. Europas Schiffbau bleibt somit international stark, auch wenn der Staat nun dauerhaft mit am Ruder steht.