Amsterdam verbietet Hochseekreuzfahrten bis 2035 komplett
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etwas MEERzeit -
30. März 2026 um 08:32 -
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Zunächst war geplant, das bestehende Kreuzfahrtterminal (Passenger Terminal Amsterdam) einfach aus dem historischen Zentrum an den industrielleren Stadtrand zu verlegen. Eine neue Studie zeigte jedoch: Ein Neubau würde mindestens 85 Millionen Euro kosten. Ein komplettes Verbot hingegen führt über 30 Jahre gerechnet nur zu rund 46 Millionen Euro an entgangenen Einnahmen. Zudem blockieren die riesigen Ozeanriesen im Zentrum den dringend benötigten Bau einer neuen Brücke über den Fluss IJ, welche die Stadthälften verbinden soll.
Auch der Umweltschutz spielt eine große Rolle. Obwohl Schiffe am Hafen bald zwingend Landstrom nutzen müssen, entstehen durch die An- und Abreise der Passagiere per Flugzeug sowie durch die Fahrt durch die Kanäle zu viele Emissionen. Die bei den Kommunalwahlen im März 2026 bestätigte links-grüne Stadtregierung sieht in dem Verbot daher die einzige logische Konsequenz. Die frei werdenden, wertvollen Flächen am Wasser sollen stattdessen für neuen Wohnraum und grüne Parks genutzt werden.
Ganz ohne Gegenwind verläuft dieser Plan aber nicht. Die umliegende Provinz Nordholland kritisiert das Vorhaben scharf. Immerhin wurde dort erst kürzlich eine Milliarde Euro in die neue Seeschleuse IJmuiden investiert – extra für große Schiffe. Kritiker befürchten außerdem, dass die Reedereien künftig einfach in Rotterdam anlegen. Die Touristen würden dann in Reisebussen nach Amsterdam gefahren, was das Verkehrsproblem nur auf die Straße verschieben würde. Dennoch nimmt Amsterdam mit diesem Totalverbot europaweit eine absolute Vorreiterrolle ein.