Havarie in Amsterdam: Flusskreuzfahrtschiff A-Rosa Sena kollidiert mit Brücke
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27. März 2026 um 12:40 -
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Trotz der schweren Schäden blieb das Schiff zunächst manövrierfähig. Die Besatzung konnte die "A-Rosa Sena" sicher an den Westelijke Merwedekanaaldijk steuern und dort festmachen. Ein unkontrolliertes Treiben auf der viel befahrenen Wasserstraße wurde so erfolgreich verhindert. Die rund 250 Passagiere blieben bei dem Aufprall unverletzt. Da es sich um ein auf Familien ausgerichtetes Schiff handelt, waren auch viele Kinder an Bord.
Einige Stunden nach der Havarie eskalierte die Lage durch einen technischen Kaskadeneffekt. Das Schiff verfügt über einen modernen Diesel-Batterie-Hybridantrieb ("E-Motion"). Durch die zerstörten Leitungen im Steuerhaus registrierte das empfindliche Batterie-Management-System (BMS) Fehlerströme. Um einen katastrophalen Batteriebrand zu verhindern, leitete das System eine Notabschaltung ein. Das führte zu einem totalen Stromausfall, einem sogenannten "Power Outage". Heizung, Licht und Sanitäranlagen fielen komplett aus.
Aufgrund des Blackouts und der kalten Außentemperaturen entschied die Einsatzleitung, das Schiff mitten in der Nacht zu evakuieren. Ohne Bordlautsprecher mussten die schlafenden Passagiere einzeln geweckt werden. Die Rettungskräfte führten die Familien im Dunkeln über einen unbefestigten Deich zu bereitstehenden Bussen. Diese logistische Herausforderung verlief ruhig und ohne weitere Verletzte.
Am Vormittag des 26. März wurde die manövrierunfähige "A-Rosa Sena" schließlich von Hafenschleppern zur Reparatur in die Oranjewerf gezogen. Die Brücke blieb strukturell intakt und konnte rasch wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der Vorfall zeigt deutlich die speziellen Risiken, die entstehen, wenn moderne, hochvernetzte Schiffstechnik auf historische Brückeninfrastruktur trifft.