Insolvenz bei Blue Dream Cruises: Kreuzfahrtschiffe an der Kette
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etwas MEERzeit -
23. März 2026 um 07:52 -
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Besonders dramatisch ist die Lage für die ehemalige Besatzung und das landseitige Personal. Über 200 Mitarbeiter warten auf ausstehende Gehälter in Höhe von rund 1,45 Millionen US-Dollar und ziehen nun in Shanghai vor Gericht. Auch auf See spiegeln sich die massiven finanziellen Probleme wider: Das Flaggschiff der Reederei, die „Blue Dream Melody“ (die ehemalige AIDAvita), liegt seit Februar 2026 im Hafen von Beihai an der Kette. Ein zypriotischer Treibstofflieferant hatte das Schiff wegen unbezahlter Rechnungen in Höhe von fast 600.000 US-Dollar arretieren lassen. Beide Schiffe der kleinen Flotte stehen nun zum Notverkauf auf dem internationalen Markt.
Doch wie konnte es so schnell bergab gehen? Ein entscheidender Auslöser waren die geopolitischen Spannungen zwischen China und Japan Ende 2025. Die bis dahin hochgradig lukrativen Kurzreisen nach Japan brachen nach offiziellen Reisewarnungen der Regierung massiv ein. Hastig geplante Ausweichrouten nach Südkorea und Vietnam floppten aufgrund der widrigen Witterung im Winter und einer völlig fehlenden Nachfrage. Um die Schiffe überhaupt noch zu füllen, wurden die Tickets am Ende regelrecht verramscht – teilweise für unter 30 US-Dollar.
Dieser drastische Preiskampf besiegelte schließlich das Schicksal der Reederei. Das typisch westliche Konzept, extrem billige Tickets durch hohe Ausgaben der Passagiere an Bord (etwa für Getränke, Casino oder Ausflüge) zu subventionieren, ging bei der asiatischen Zielgruppe schlichtweg nicht auf. Zudem waren die Schiffe für den modernen Markt viel zu klein. Während staatlich gestützte Konkurrenten ihre enormen Fixkosten auf über 4.000 Passagiere umlegen können, bot die „Blue Dream Melody“ nur Platz für gut 1.200 Gäste. Dieser immense strukturelle Skalennachteil führte geradewegs in die Zahlungsunfähigkeit.