Amsterdam verbannt Kreuzfahrtschiffe: Strategiewechsel bis 2035
-
etwas MEERzeit -
26. Januar 2026 um 07:35 -
475 Mal gelesen -
0 Antworten
Ein entscheidender Faktor für das Aus der Kreuzfahrer ist das Projekt „Sprong over het IJ“. Um den wachsenden Stadtteil Amsterdam-Noord besser anzubinden, ist der Bau einer festen Brücke über den IJ geplant. Da moderne Kreuzfahrtschiffe schlicht zu hoch für eine fahrradfreundliche Brücke sind, musste sich die Stadt entscheiden: Infrastruktur für die Bürger oder Liegeplätze für Reedereien. Die Wahl fiel zugunsten der Mobilitätswende.
Ein Kreuzfahrtschiff am Kai stößt pro Tag so viel CO₂ aus wie tausende Autos. Um die strengen Klimaziele zu erreichen, zieht Amsterdam nun die Reißleine. Ab 2026 werden die Anläufe bereits auf 100 pro Jahr halbiert, bevor 2035 das komplette Aus folgt.
Finanziell sieht die Stadt den Schritt gelassen: Statt über 85 Millionen Euro in ein neues Terminal im Coenhaven zu investieren, nimmt man moderate Einnahmeausfälle in Kauf. Die freiwerdenden Flächen an der Veemkade sollen stattdessen für hochwertigen Wohnraum und die „Superjacht-Ökonomie“ genutzt werden – Klasse statt Masse lautet die neue Devise.
Wer Amsterdam künftig per Schiff besuchen möchte, wird wohl in Rotterdam oder IJmuiden anlanden müssen. Diese Häfen dürften die Hauptprofiteure der Amsterdamer Entscheidung sein. Während die Branche (CLIA) warnt, sieht die Amsterdamer Politik einen historischen Sieg für die Bewohner und das Stadtklima.