Zwischen dem 28. Dezember 2025 und dem 9. Januar 2026 erwischte es auf der Route durch die südliche Karibik und den Panamakanal insgesamt 85 Passagiere (das sind etwa 3,3 % der Gäste) und 9 Besatzungsmitglieder. Der Übeltäter: das Norovirus, ein sehr ansteckender Magen-Darm-Erreger. Da die Quote der erkrankten Gäste die Meldeschwelle von 2 % überschritt, schalteten sich, wie in solchen Fällen üblich, die amerikanischen Gesundheitsbehörden (CDC) ein.
Kein Einzelfall für die Rotterdam Schaut man ins Logbuch der vergangenen Monate, fällt auf: Die MS Rotterdam hatte leider eine Pechsträhne. Bereits im Dezember 2024 sowie im Februar und März 2025 gab es größere Ausbrüche an Bord. Dass es nun direkt zum Jahresstart 2026 wieder passierte, deutet darauf hin, dass Noroviren in der aktuellen Hochsaison generell sehr aktiv sind – ein Trend, den man branchenweit beobachtet.
Die Route und die Risiken Die Reise war ein klassischer Feiertags-Törn: Start in Fort Lauderdale, rüber zu den Bahamas (Half Moon Cay), weiter nach Curaçao, Kolumbien, Panama, Costa Rica und Jamaika. Besonders kritisch bei solchen Routen sind die vielen Kontakte. An Landtagen strömen Tausende Menschen in die Häfen oder nutzen die Strand-Buffets auf den Privatinseln. An den Seetagen drängt sich das Leben dann wieder im Schiffsinneren – in den Casinos, Theatern und Restaurants. Ein ideales Umfeld für Viren, um von Steuerbord nach Backbord zu wandern.
Maßnahmen an Bord: "Code Red" Sobald klar war, dass sich das Virus ausbreitet, reagierte die Crew mit strengen Hygieneprotokollen, intern oft als "Code Red" bezeichnet:
- Isolation: Erkrankte Gäste mussten in ihren Kabinen bleiben und wurden per Room-Service versorgt.
- Keine Selbstbedienung: Im Buffet-Restaurant "Lido Market" durften sich die Gäste nicht mehr selbst bedienen. Das Personal reichte die Speisen an, um Kontaktpunkte wie Vorlegebesteck zu vermeiden.
- Weg mit den Salzstreuern: Alles, was auf Tischen steht und oft angefasst wird (Salz, Pfeffer, Menükarten), wurde entfernt.
- Dauerputzen: Die Reinigungsfrequenz für Handläufe, Aufzugknöpfe und Toiletten wurde massiv erhöht.
Das große Reinemachen im Heimathafen Die Ankunft in Fort Lauderdale am 9. Januar war dann eine logistische Meisterleistung. Bevor die neuen Gäste an Bord durften, musste das Schiff einer tiefenwirksamen Desinfektion unterzogen werden. Spezialteams vernebelten Kabinen und öffentliche Bereiche elektrostatisch, um auch die letzte Virenhülle zu erwischen. Das führte zwar zu Wartezeiten beim Boarding der Folgereise, war aber für die Sicherheit absolut notwendig.