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Hapag-Lloyd Cruises: Neue Einblicke in die Crew und internationale Ausrichtung ab 2026

  • etwas MEERzeit
  • 15. Dezember 2025 um 13:55
  • 954 Mal gelesen
  • 0 Antworten
Bild von Silke Wöhrmann auf Pixabay
Die Kreuzfahrtwelt befindet sich im Wandel. Wer heute eine Reise im Ultra-Luxus- oder Expeditionssegment bucht, achtet nicht mehr nur auf die Hardware – also das Schiff selbst –, sondern zunehmend auf die „Soft Factors“. Damit sind die Menschen gemeint, die den Service prägen und das Erlebnis an Bord ausmachen. Pünktlich zur sogenannten „Wave Season“, der buchungsstarken Zeit zwischen Januar und März, setzt Hapag-Lloyd Cruises genau hier an.

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Mit der neuen Content-Serie „Menschen an Bord“ gewährt die Reederei tiefe Einblicke in das Leben der Crew. Doch dahinter steckt mehr als nur schöne Bilder: Es ist der Auftakt zu einer strategischen Neuausrichtung. Ab Januar 2026 wird die gesamte Flotte, inklusive der MS EUROPA, zweisprachig (Deutsch/Englisch) betrieben.

Die Kampagne, die journalistisch aufbereitet ist und primär über den Hapag-Lloyd Blog „Inside“ ausgespielt wird, stellt die Besatzung in den Mittelpunkt. Statt auf reine Werbeästhetik zu setzen, wirken die Videos und Texte eher dokumentarisch. Sie zeigen den Arbeitsalltag, die Herausforderungen und die Leidenschaft derer, die das Schiff auf Kurs halten.

Besonders im Fokus steht dabei die HANSEATIC inspiration. Dieses Schiff fungiert als Bindeglied für die Internationalisierungsstrategie, da es bereits als bilinguales „Testlabor“ dient. Hier lernen wir zwei Protagonisten kennen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch dasselbe Ziel verfolgen.

Den Anfang der Serie machte im November Rayna Heupel. Sie ist nautische Offiziersassistentin – eine Position an der Schnittstelle zwischen Ausbildung und voller Verantwortung. Die gebürtige Norddeutsche verkörpert die neue Generation von Seeleuten: weiblich, top ausgebildet und fokussiert.

Ein zentrales Element ihrer Geschichte ist ihr persönliches Logbuch. In einer Welt voller Radarbildschirme und ECDIS-Karten wirkt das handgeschriebene Buch, verziert mit einem kleinen Anker, wie ein Relikt aus der Zeit der großen Entdecker. Rayna hält darin Wal-Sichtungen und Momente der Stille fest. Sie zeigt, dass die Seefahrt trotz aller Technik noch immer eine Berufung ist. Ihr Blick geht voraus, über den Bug hinaus auf den Horizont.

In der zweiten Episode, die Mitte Dezember veröffentlicht wurde, lernen wir Kapitän Ulf Wolter kennen. Er steht für Erfahrung und Tradition. Als Seemann in der vierten Generation – schon sein Urgroßvater war Kapitän – liegt ihm die Seefahrt sprichwörtlich im Blut. Wolter kommandiert die HANSEATIC inspiration seit ihrer Indienststellung 2019.

Er ist der archetypische „Seebär“, aber mit der Finesse eines modernen Dienstleisters im Luxussegment. Für Wolter ist eine Expedition „ein anderes Wort für Freiheit“. Interessant ist sein Wechsel von der luxuriösen MS EUROPA 2 zurück zur Expeditionsflotte. Er vermisste das Eis und die unberührten Weiten. Seine Ruhe, die er bei einer Tasse Tee abseits der Hektik auf der Brücke ausstrahlt, vermittelt den Gästen Sicherheit – ein entscheidender Faktor auf Routen in die Antarktis oder den Amazonas.

Der Zeitpunkt dieser Veröffentlichungen ist kein Zufall. Die emotionale Aufladung der Marke durch Personal-Porträts dient der Unterstützung des Vertriebs. Wer über eine hochpreisige Expeditionsreise nachdenkt, sucht Sicherheit und Vertrauen. Ein Video, in dem der Kapitän Kompetenz und Leidenschaft zeigt, kann die Kaufentscheidung positiv beeinflussen.

Zudem bereitet die Kampagne den internationalen Markt auf die Öffnung der Flotte vor. Indem Hapag-Lloyd Cruises Gesichter zeigt, die sowohl deutsche nautische Exzellenz als auch Weltoffenheit ausstrahlen, positioniert sich die Reederei attraktiv für neue Märkte in Nordamerika oder Großbritannien, ohne die Stammkundschaft aus dem DACH-Raum zu verlieren.

Die Serie „Menschen an Bord“ beweist: Ein Schiff kann kopiert werden, eine gewachsene Crewkultur jedoch nicht.

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