AIDAprima Routenänderung: Sturm erzwingt Umleitung nach Kopenhagen
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etwas MEERzeit -
2. Dezember 2025 um 11:12 -
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Die Auswertung der Schiffsbewegungen bestätigt die Streichung des Göteborg-Anlaufs. Positionsdaten vom Vormittag des 02. Dezember zeigen die AIDAprima im Seegebiet zwischen Skagerrak und Kattegat auf striktem Südkurs. Als Zielhafen wurde im AIS (Automatic Identification System) „Copenhagen“ mit einer Ankunftszeit von 13:00 Uhr MEZ hinterlegt. Dies deckt sich mit den Daten des Hafenbetreibers Copenhagen Malmö Port, der das Schiff nun früher als geplant am Terminal Oceankaj (Liegeplatz C332) führt. Gleichzeitig verschwand der Eintrag aus den Anlauflisten in Göteborg.
Ursprünglich war nach der Abfahrt aus Oslo ein Stopp in Göteborg (08:00 bis 18:00 Uhr) vorgesehen, gefolgt von Kopenhagen am nächsten Tag. Der neue Ablauf sieht einen direkten Transit nach Dänemark vor. Der entfallene Hafentag wird durch einen sogenannten „Overnight-Stay“ in der dänischen Hauptstadt kompensiert, wodurch sich die Liegezeit auf über 26 Stunden verlängert.
Die Entscheidung zur Umroutung ist auf eine kritische Wetterlage zurückzuführen. Tiefdruckgebiete sorgten im Kattegat und an der schwedischen Westküste für starke Südwinde. Wetterdienste wie das DMI und SMHI prognostizierten Windgeschwindigkeiten von 27 Knoten mit Böen bis zu 36 Knoten (ca. 8-9 Beaufort).
Für ein Schiff der Hyperion-Klasse wie die AIDAprima sind diese Werte signifikant. Mit einer Länge von 300 Metern und einer Höhe von rund 50 Metern bietet die Breitseite eine Windangriffsfläche von bis zu 15.000 Quadratmetern. Da die Windkraft im Quadrat zur Geschwindigkeit steigt, wirken bei diesen Bedingungen enorme Kräfte auf den Rumpf. Besonders kritisch wäre die Ansteuerung Göteborgs gewesen: Bei einer Kursänderung Richtung Osten hätte der starke Südwind massiv auf die Steuerbordseite (rechts) gedrückt. Dies hätte einen extremen Vorhaltewinkel und maximale Leistung der Seitenstrahlruder erfordert, um das Schiff in der Fahrrinne zu halten.
Nautische Herausforderungen im Detail Der Hafen Göteborg birgt bei Starkwind spezifische Risiken:
- Schären-Passage: Die Zufahrt ist eng. Hoher Seegang (ca. 2,5 Meter) und Winddrift erschweren das präzise Navigieren.
- Drehmanöver: Um an den Kai zu gelangen, muss das Schiff oft drehen oder stoppen. In diesem Moment fehlt die stabilisierende Vorwärtsfahrt, und das Schiff wird anfällig für Windböen.
- Sicherheitslimits: Die prognostizierten Böen lagen deutlich über den üblichen Sicherheitsgrenzwerten für ein Anlegemanöver ohne umfangreiche Schlepperhilfe.
Trotz moderner Azipod-Antriebe und Bugstrahlruder hat die Physik Grenzen. Wenn die benötigte Kraft zum Gegensteuern die Leistung der Maschinen fast vollständig beansprucht, darf ein Manöver aus Sicherheitsgründen nicht begonnen werden.