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Queen Mary 2: Antriebsdefekt erzwingt Routenänderung in der Karibik – St. Kitts entfällt

  • etwas MEERzeit
  • 30. November 2025 um 09:53
  • 1.376 Mal gelesen
  • 0 Antworten
Bild von Franz P. Sauerteig auf Pixabay
St. Maarten/New York – Die traditionsreiche Cunard Line sieht sich im späten vierten Quartal 2025 mit operativen Herausforderungen konfrontiert. Das Flaggschiff der Reederei, die RMS Queen Mary 2, muss ihre laufende Karibik-Reise (M537) aufgrund anhaltender technischer Probleme an der Antriebsanlage signifikant anpassen. Um die pünktliche Rückkehr nach New York zu gewährleisten, wurde der Anlauf auf St. Kitts gestrichen.

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Am Vormittag des 30. November 2025 erreichte der Ocean Liner planmäßig den Hafen von Philipsburg auf St. Maarten. Doch hinter den Kulissen der Brücke und im Maschinenkontrollraum bestimmten Umplanungen die letzten 48 Stunden. Ursache hierfür ist eine seit Anfang November bestehende Störung an einem der vier Rolls-Royce/Alstom „Mermaid“-Propellergondeln. Diese Einschränkung der Maschinenleistung zwingt die nautische Führung zu drastischen Maßnahmen im Routenverlauf.

Die Wurzeln der aktuellen Fahrplanänderung liegen in europäischen Gewässern. Bereits am 9. November 2025, während einer Reise zu den Norwegischen Fjorden, verzeichnete die Technik-Crew eine Fehlfunktion an einer der unter Wasser liegenden Antriebseinheiten (Nacelle). Da eine Reparatur dieser komplexen Bauteile im laufenden Betrieb auf hoher See kaum möglich ist und meist ein Trockendock erfordert, operiert das Schiff seither mit reduzierter Kraft.

Die direkten Folgen waren bereits in Deutschland spürbar: Ein geplanter Halt in Hamburg am 17. November entfiel, das Schiff wich nach Bremerhaven aus, und eine Kurzreise nach Southampton wurde abgesagt, um das Schiff ohne Zeitdruck für die Atlantiküberquerung zu positionieren.

Trotz einer verspäteten Abfahrt in New York erreichte die Queen Mary 2 St. Maarten fristgerecht. Für den weiteren Verlauf der Reise M537 reichen die verbliebenen drei Antriebsgondeln jedoch nicht aus, um die ursprünglich kalkulierten Geschwindigkeiten zu halten – insbesondere im Hinblick auf die Rückreise gegen den Golfstrom.

Die Reederei hat daher folgende Anpassungen vorgenommen:

  • Streichung von St. Kitts (Basseterre): Der für den 4. Dezember geplante Stopp entfällt ersatzlos. Durch den Wegfall der Anlege- und Ablegemanöver sowie der Liegezeit gewinnt das Schiff entscheidende Stunden reine Fahrzeit.
  • Verlängerung auf Barbados (Bridgetown): Statt weiterzureisen, bleibt das Schiff über Nacht im Hafen (Ankunft 2. Dezember, Abfahrt 3. Dezember). Dies spart Treibstoff und bietet den Gästen als Kompensation einen verlängerten Aufenthalt („Overnight“).
  • Verschiebung von St. Lucia: Der Anlauf in Castries rutscht auf den 4. Dezember.

Die RMS Queen Mary 2 ist als einziger echter Ocean Liner der Welt für hohe Geschwindigkeiten von bis zu 26 Knoten und raue See konzipiert. Das Antriebssystem besteht aus vier 21,5 Megawatt starken Pods – zwei starren und zwei drehbaren Gondeln. Fällt eine Einheit aus, fehlt nicht nur der Schub; der inaktive Propeller erzeugt zudem einen erheblichen hydrodynamischen Widerstand im Wasser, was die Effizienz zusätzlich mindert.

Für die Passagiere bedeutet dies neben der Routenänderung auch finanzielle Anpassungen: Hafengebühren für den entfallenen Stopp auf St. Kitts werden den Bordkonten gutgeschrieben, gebuchte Landausflüge storniert.

Blick man auf den Kalender, steht die Cunard Line vor weiteren Entscheidungen. Anfang 2026 ist die große Weltreise der Queen Mary 2 geplant. Branchenexperten halten es für unwahrscheinlich, dass eine solch anspruchsvolle Route mit eingeschränktem Antrieb durchgeführt wird. Eine kurzfristige Einplanung einer Werftzeit zur Reparatur des defekten Pods erscheint daher als plausibles Szenario für die kommenden Wochen.

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