Urlaub vorbei: Rauswurf nach Schlägerei auf der Anthem of the Seas – Familie reist allein weiter
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etwas MEERzeit -
19. November 2025 um 12:38 -
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Wer an Bord eines modernen Megaliners geht, erwartet Cocktails, Entertainment und Entspannung. Doch wo über 4.000 Menschen auf engem Raum zusammenkommen, gelten strikte Regeln. Werden diese gebrochen, zeigt die Reederei Royal Caribbean International ihre harte Seite. Ein Vorfall von Mitte November 2025 macht dies mehr als deutlich und zeigt, wie ernst die "Guest Conduct Policy" tatsächlich genommen wird.
Die Anthem of the Seas, ein Schiff der Quantum-Klasse, befand sich gerade auf ihrer spektakulären Route durch den Fiordland Nationalpark. Während die meisten Gäste an Deck oder in den Panoramasalons die Aussicht genossen, kam es im Inneren des Schiffes zu einer folgenschweren Auseinandersetzung.
Am Donnerstagabend, gegen 21:30 Uhr, eskalierte ein Streit zwischen zwei Männern. Was genau den Konflikt auslöste, bleibt unklar – das Ergebnis jedoch ist eindeutig. Der 44-jährige Australier schlug seinem Kontrahenten ins Gesicht, was zu einer platzenden Wunde an der Nase führte.
Für das Opfer ging es zur Versorgung ins Medical Center, für den Täter in den Arrest. Da sich das Schiff auf offener See befand, griff das Sicherheitsteam sofort durch. Statt in seiner komfortablen Kabine verbrachte der Mann die Nacht unter Bewachung oder in der bordeigenen Arrestzelle.
Da der Vorfall als schwerwiegende Körperverletzung und nicht als harmloser Streit eingestuft wurde, informierte die Schiffsleitung umgehend die neuseeländischen Behörden. Ein Hubschrauber-Einsatz war nicht nötig, doch das Schicksal des Passagiers war damit besiegelt.
Als die Anthem of the Seas am nächsten Morgen gegen 06:00 Uhr in Port Chalmers anlegte, wartete bereits die neuseeländische Polizei an der Pier – Backbord voraus, wo das Schiff vertäut wurde. Senior Sergeant Anthony Bond und sein Team gingen an Bord, vernahmen die Beteiligten und sichteten die Beweise.
Das Ergebnis: Eine formelle Verwarnung wegen Körperverletzung ("Assault"). Obwohl dem Mann eine neuseeländische Gefängnisstrafe erspart blieb, war seine Reise an dieser Stelle beendet. In Kooperation mit der Polizei setzte der Kapitän sein Hausrecht durch. Der Gast wurde "ausgeschifft" – im Klartext: Er wurde mitsamt seinem gepackten Koffer an Land gesetzt.
Das vielleicht kurioseste Detail dieses Vorfalls ist die Reaktion der Mitreisenden. Der Mann war nicht allein unterwegs, sondern in Begleitung seiner Familie. Doch statt sich solidarisch zu zeigen und gemeinsam die Heimreise anzutreten, entschied sich die Familie dazu, an Bord zu bleiben. Während der Vater sich nun allein um den teuren Rückflug von Dunedin nach Sydney kümmern musste, setzte der Rest der Gruppe die Reise in Richtung Christchurch, Wellington und Picton fort.
Für den ausgeschifften Passagier ist der Schaden enorm. Neben dem verpassten Urlaubserlebnis kommen handfeste finanzielle Einbußen hinzu:
- Keine Rückerstattung: Der Reisepreis für die verbleibenden Tage verfällt komplett aufgrund des Vertragsbruchs.
- Flugkosten: Ein kurzfristiger One-Way-Flug von Neuseeland nach Australien kostet schnell über 1.000 AUD.
- Sperre: Es droht ein lebenslanges Beförderungsverbot auf allen Schiffen der Royal Caribbean Group.
Fazit: Die Reedereien greifen bei Gewalt an Bord immer härter durch. Dieser Fall zeigt eindrücklich, dass die "Null-Toleranz-Politik" keine leere Floskel ist – und dass man im Zweifel den Rest des Urlaubs allein am Flughafen verbringt, während die Familie weiter den Meerblick genießt.