AIDAnova: Sturm-Chaos in Kopenhagen – Anlegemanöver wurde mehrfach abgebrochen
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etwas MEERzeit -
25. Oktober 2025 um 08:02 -
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Eigentlich war das Ablegen der AIDAnova aus dem dänischen Hafen für den frühen Abend geplant. Doch die starken Querwinde von Sturm Benjamin machten der Schiffsführung einen Strich durch die Rechnung. Die Windlasten, die auf die immense Seitenfläche des Großschiffs trafen, waren so groß, dass die bordeigenen Manövriersysteme – wie die Querstrahlruder – die Kontrolle nicht gewährleisten konnten.
Zwei Versuche, das Schiff sicher von der Pier wegzubekommen, scheiterten. An Bord musste eine wichtige Sicherheitsentscheidung getroffen werden: Das Manöver wurde abgebrochen, um eine gefährliche Berührung der Pier zu verhindern. Es handelte sich hierbei eindeutig um einen wetterbedingten Vorfall; technische Probleme an den Antrieben lagen nicht vor. Die Lage war besonders heikel, da die AIDAnova in Kopenhagen am Landstrom lag. Für ein Ablegemanöver ohne die sofortige, volle Kraft der Hauptmaschinen ist das Schiff auf seine Thruster angewiesen. Diese Kombination aus ausgeschalteten Hauptantrieben und extremem Seitenwind überforderte die Manövrierfähigkeit des Helios-Klasse-Schiffes.
Erst ein dritter Versuch, der um 23:30 Uhr stattfand, war erfolgreich. Die AIDAnova konnte nur durch die zwingend notwendige Assistenz von Schleppern sicher von der Kaimauer ablegen. Die Verspätung betrug zu diesem Zeitpunkt bereits über drei Stunden. Auf See war nun Eile geboten, um den Fahrplan wiederherzustellen. Die Mannschaft nutzte die leistungsstarken LNG-Antriebsanlagen des Schiffes, um die Reisegeschwindigkeit auf dem Weg zum nächsten Hafen, Aarhus, deutlich zu erhöhen. Diesen Vorgang nennt man auch Speed-Up.
Die Strategie ging auf: Dank der Hochgeschwindigkeitsfahrt wurde über Nacht ein Großteil der verlorenen Zeit kompensiert. Am Morgen des 24. Oktober erreichte die AIDAnova Aarhus planmäßig um 08:00 Uhr. Die Liegezeit konnte wie vorgesehen genutzt werden. Das Schiff legte pünktlich um 18:00 Uhr wieder backbord ab, um nach Kiel zu fahren.
Mit der pünktlichen Ankunft in Kiel am heutigen Samstag, dem 25. Oktober 2025, ist der letzte, zeitkritische Schritt geschafft. Der Gästewechsel (Bettenwechsel) für die Folgereise kann planmäßig starten. Eine Verzögerung hätte nicht nur tausende Passagiere getroffen, sondern auch hohe logistische Kosten verursacht.
Der Vorfall in Kopenhagen, einem für AIDA strategisch wichtigen Hafen, zeigt, wie kritisch die Manövriergrenzen von Großschiffen bei starkem Wind sind, insbesondere wenn moderne, umweltschonende Betriebsmodi (Landstrom) die volle, sofortige Leistung der Hauptmaschinen beim Ablegen verzögern. Die schnelle Reaktion und die erfolgreiche Kompensation der Verspätung unterstreichen aber die hohe operative Resilienz der Reederei und die Leistungsfähigkeit der LNG-Technologie der AIDAnova.