Entwicklung der Kreuzfahrt: 185.000 neue Betten und die Revolution der Antriebe
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etwas MEERzeit -
3. Oktober 2025 um 05:32 -
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Aber warum dieser enorme Aufwand? Ein Blick auf die Bestellungen für 2026 zeigt den wahren Grund: Fast zwei Drittel der neuen Schiffe (etwa 65 Prozent) werden bereits mit alternativen Kraftstoffen betrieben. Das zeigt, dass die Unternehmen die Dekarbonisierung nicht als nette Option, sondern als notwendigen Schritt in die Zukunft sehen.
Der Motor für diesen Wandel sind neue EU-Regulierungen. Seit Anfang 2025 sind strengere Vorschriften wie das EU-Emissionshandelssystem (ETS) und FuelEU Maritime in Kraft. Sie sorgen dafür, dass umweltfreundlichere Schiffe nicht nur eine gute Idee sind, sondern sich auch wirtschaftlich auszahlen. Das ETS macht das Ausstoßen von CO₂ teuer, während FuelEU Maritime direkt die Nutzung von saubereren Kraftstoffen vorschreibt. Die Unternehmen investieren also in moderne Schiffe, um auch in Zukunft rentabel in Europa unterwegs sein zu können.
Das wirkt sich auch auf die Schiffsbaukosten aus. Früher bekam man für das gleiche Geld mehr Betten. Heute fließt ein Großteil des Geldes in die teure und komplexe Umwelttechnologie. Die Schiffe werden dadurch zwar teurer, sind aber auch für die Zukunft gerüstet.
Viele der neuen Schiffe, wie die Legend of the Seas von Royal Caribbean oder die Mein Schiff Flow von TUI Cruises, setzen auf Flüssigerdgas (LNG). Das ist aktuell die günstigste Option, um die neuen Emissionsstandards zu erfüllen. Allerdings ist LNG eine Übergangstechnologie. Fachleute diskutieren noch den sogenannten Methanschlupf, der ein Treibhausgas freisetzt.
Gleichzeitig experimentiert die Branche mit echten Pionieren: Die Viking Libra von Viking soll das weltweit erste Wasserstoff-Hybrid-Schiff werden, während die Disney Adventure auf grünen Methanol-Antrieb vorbereitet wird. Das zeigt, dass die Reedereien auf verschiedene Technologien setzen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.
Das größte Problem bleibt aber die Infrastruktur. Es fehlt schlicht an den nötigen Mengen an Wasserstoff oder Methanol. Die Investition in verschiedene Antriebsarten ist daher auch eine Art Absicherung gegen diese Unsicherheiten.
Der Bau dieser Hightech-Schiffe ist ein Fall für Spezialisten. Die großen Werften in Europa, wie die Meyer Werft in Deutschland, Fincantieri in Italien und Chantiers d'Atlantique in Frankreich, dominieren diesen Markt. Doch obwohl die Auftragsbücher voll sind, stehen die Werften unter Druck. Steigende Materialkosten, Lieferschwierigkeiten und der Fachkräftemangel machen ihnen zu schaffen.
Ein Beispiel dafür ist die Meyer Werft, die staatliche Hilfen in Höhe von rund einer Milliarde Euro benötigt. Das zeigt, wie wichtig die Unterstützung dieser spezialisierten Werften ist. Denn nur wenn die Werften die Schiffe pünktlich und ohne große Verzögerungen abliefern, können die Kreuzfahrtreedereien ihre Pläne für die Zukunft umsetzen.