Landstrom in Europas Häfen: Warum der Ausbau ins Stocken gerät
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etwas MEERzeit -
16. September 2025 um 10:47 -
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Aida hat bereits viel Geld in Schiffe gesteckt, die Landstrom nutzen können. Das bedeutet, sie können im Hafen ihren Dieselmotor abstellen und stattdessen Strom von Land beziehen. Das reduziert nicht nur Lärm, sondern auch Emissionen wie Stickoxide und Feinstaub, was für die Menschen in den Hafenstädten ein Segen ist. Doch die teure Technik an Bord nützt wenig, wenn es in den Häfen keine passenden Anschlüsse gibt.
Laut dem internationalen Kreuzfahrtverband CLIA haben derzeit nur 19 Häfen in Europa Landstromanlagen. Die Verteilung ist sehr ungleich. Während Nordeuropa die Nase vorn hat – Norwegen mit fünf und Deutschland mit drei Anlagen – sind viele andere wichtige Häfen in Südeuropa oder am Mittelmeer noch nicht so weit. Das führt dazu, dass Aida und andere Reedereien ihre modernen Schiffe nicht überall so umweltfreundlich betreiben können, wie sie es sich wünschen.
Dieses Problem betrifft nicht nur die Kreuzfahrtunternehmen. Auch die Hafenstädte und die Politik sind davon betroffen.
- Für die Schifffahrt: Die Reedereien können ihre teuren Investitionen nicht voll ausschöpfen und riskieren, dass ihre Schiffe als nicht so nachhaltig wahrgenommen werden, wie sie sein könnten. Das schadet dem Ruf, und man könnte meinen, die „grünen“ Versprechen seien nur leere Worte.
- Für die Städte: Die lokale Luftqualität leidet weiter unter den Abgasen der Schiffe, die ihre Generatoren im Hafen laufen lassen müssen. Das verringert die Attraktivität der Hafenstädte und macht es schwieriger, eigene Klimaziele zu erreichen.
- Für die Politik: Der langsame Fortschritt zeigt, dass freiwillige Maßnahmen nicht ausreichen. Es muss dringend eine gemeinsame Strategie her, die den Ausbau in ganz Europa vorantreibt. Andernfalls könnten strengere Gesetze erlassen werden, die dann zu Problemen führen, weil die Infrastruktur noch nicht bereit ist.
Felix Eichhorn, der seit über 20 Jahren bei Aida arbeitet und eine führende Rolle in der gesamten Reisebranche innehat, spricht aus seiner langjährigen Erfahrung. Seine Mahnung ist ein Appell an alle Beteiligten: Politik, Häfen und Unternehmen müssen an einem Strang ziehen. Nur so kann man die ehrgeizigen Klimaziele erreichen und die Seefahrt nachhaltiger gestalten.