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Ein Kieler Leuchtturmprojekt für Kreuzfahrt und Hafen: Landstrom-Infrastruktur vollendet

  • etwas MEERzeit
  • 14. September 2025 um 16:11
  • 1.015 Mal gelesen
  • 0 Antworten
By Klaas Ole Kürtz - Own work, CC BY-SA 2.5, Link
Der Kieler Hafen ist mit dem Abschluss seines großen Landstromprojekts weltweit ganz vorn mit dabei. Nach rund sechs Jahren Bauzeit und einer Investition von etwa 50 Millionen Euro können hier jetzt gleichzeitig bis zu sieben Seeschiffe emissionsfreien Strom nutzen. Dazu gehören auch bis zu drei große Kreuzfahrtschiffe. Das ist ein wichtiger Schritt für den Umweltschutz und macht den Hafen zu einem echten Pionier in der maritimen Logistik.

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Das Projekt ist kein Schnellschuss, sondern das Ergebnis einer klugen und langfristigen Planung. Während viele andere Häfen erst ab 2030 auf die kommenden EU-Vorschriften reagieren müssen, hat Kiel schon 2019 damit begonnen, seine „Blue Port“-Strategie konsequent umzusetzen. Der Erfolg beruht auf einer starken Zusammenarbeit von öffentlichen Förderern und privaten Technologie-Unternehmen. Die Landstrom-Infrastruktur wurde dabei in mehreren Schritten ausgebaut, was eine frühzeitige Nutzung und ständige Verbesserung ermöglichte.

Der Startschuss fiel 2019 am Norwegenkai, wo zunächst Fähren versorgt wurden. 2021 folgten dann der Ostseekai und der Schwedenkai, was auch Kreuzfahrtschiffen die Nutzung ermöglichte. Das erste war die AIDAsol. 2023 wurde das Netz am Ostuferhafen erweitert, um noch mehr Schiffe mit Strom zu versorgen. Der nun abgeschlossene Bau am Ostseekai macht die Infrastruktur komplett. Mit dieser schrittweisen Herangehensweise konnte das Projekt besser kontrolliert werden und der Hafen konnte wertvolle Erfahrungen sammeln.

Die Anlagen im Hafen sind technisch auf dem neuesten Stand. Sie können mit unterschiedlichen Frequenzen und Spannungen arbeiten, sodass sowohl europäische als auch internationale Schiffe problemlos angeschlossen werden können. Die Technik stammt unter anderem von der Siemens AG und Powercon. Für die Verbindung zwischen Schiff und Land kommt spezielle mobile Technik zum Einsatz, die sicherstellt, dass die Stromversorgung reibungslos funktioniert.

Die Investitionen von rund 50 Millionen Euro wurden durch Fördergelder vom Bund, dem Land Schleswig-Holstein und der Europäischen Union möglich gemacht. Das zeigt, wie wichtig die Landstromversorgung politisch eingeschätzt wird. Die Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Geldgebern und den privaten Partnern hat dieses große Projekt erst Wirklichkeit werden lassen.

Die Nutzung der Landstromanlagen nimmt stetig zu. Im Jahr 2024 wurden fast 70 Prozent aller Kreuzfahrtschiff-Anläufe am Kai mit Landstrom versorgt. Insgesamt haben bereits 24 verschiedene Kreuzfahrtschiffe die Anlagen genutzt. Diese Nutzung schont nicht nur die Umwelt vor Ort. Durch das Abschalten der Schiffsdiesel-Generatoren im Hafen werden auch die Emissionen von CO$_2$, Stickoxiden und Feinstaub deutlich reduziert. Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Vision des Hafens, bis 2030 klimaneutral zu sein. Schon 2020 wurden dadurch mehr als 6.200 Tonnen CO$_2$ eingespart.

Die proaktive Strategie des Kieler Hafens verschafft ihm einen klaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Der fast zehnjährige Vorsprung ermöglicht es, schon heute als umweltfreundlicher Hafen aufzutreten. Das ist ein starkes Argument, um Reedereien anzuziehen, die sich ebenfalls für Nachhaltigkeit einsetzen. Der Hafen kann jetzt seine Dienstleistungen als sauber und zukunftsorientiert vermarkten. Das Kieler Modell dient somit als eine Art Blaupause für andere Häfen weltweit, die ebenfalls nachhaltiger werden wollen.

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