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Hamburg Cruise Days 2025: Fest, Schiffe und Klimaprotest im Hafen

  • etwas MEERzeit
  • 14. September 2025 um 05:41
  • 1.278 Mal gelesen
  • 0 Antworten
Von Robbie Morrison (RobbieIanMorrison) - Eigenes Werk, CC BY 4.0, Link
Die 10. Hamburg Cruise Days, die an diesem Wochenende vom 12. bis zum heutigen 14. September 2025 stattfinden, sind ein Fest für alle Fans von Schiffen und Meer. Doch das maritime Spektakel wurde begleitet von Protesten von Klimaaktivisten. Diese Aktionen, die im Vorfeld und auch während der laufenden Veranstaltung stattfanden, machten die Cruise Days zu einem Schauplatz, an dem sich die Freude am Kreuzfahrturlaub und die Kritik an der Branche begegnen.

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Die dreitägige Veranstaltung ist wie immer ein Höhepunkt im Hamburger Hafen. Hunderttausende Besucher feiern, als am Freitagabend die VASCO DA GAMA von nicko cruises mit einem Feuerwerk einlief. Am Samstag war die Stimmung dann besonders ausgelassen, als bei der „Großen Hamburg Cruise Days Parade“ acht Schiffe die Elbe entlangfuhren. Die beeindruckende Lichtinstallation „Blue Port“ von Michael Batz taucht den Hafen dabei in ein magisches blaues Licht, das noch bis zum 21. September leuchten wird. Die Veranstalter inszenieren die Kreuzfahrtwelt als ein romantisches Erlebnis, um die Besucher zu begeistern.

Doch hinter den Kulissen der Feierlichkeiten formierte sich der Widerstand. Aktivisten von Gruppen wie Extinction Rebellion und dem Bündnis „Smash Cruiseshit“ nutzten die Aufmerksamkeit, um auf die Schattenseiten der Kreuzfahrtindustrie hinzuweisen. Ihre Kritikpunkte sind klar und deutlich: Sie sprechen von „Greenwashing“, also dem Versuch, die Branche umweltfreundlicher darzustellen, als sie ist. Sie weisen darauf hin, dass die Abgase von Kreuzfahrtschiffen die Umwelt schädigen und Rußpartikel sogar das Abschmelzen des Eises in der Arktis beschleunigen.

Die Aktivisten prangerten auch die Arbeitsbedingungen an Bord an. Sie machten darauf aufmerksam, dass viele Besatzungsmitglieder aus ärmeren Regionen stammen und unter harten Bedingungen arbeiten, teils für nur zwei Euro pro Stunde. Mit Aktionen wie dem Einfärben von Brunnen und dem Aufhängen von Transparenten wollten sie auf diese Probleme aufmerksam machen. Parallel dazu organisierten sie eine „Anti-Kreuzfahrt-Konferenz“, um die Öffentlichkeit über ihre Argumente aufzuklären und eine breitere Debatte anzustoßen.

Die Hamburger Polizei reagierte auf die Proteste mit umfassenden Sicherheitsvorkehrungen, unter anderem mit einer Drohnen-Flugverbotszone über dem Hafen. Das zeigt, dass die Behörden die Proteste ernst nahmen. Sie konnten jedoch nicht verhindern, dass die Kritik an der Kreuzfahrtindustrie während des Events im Fokus der Öffentlichkeit stand.

Während die Aktivisten ihre Kritik vorbringen, stellt die Industrie ihre eigenen Initiativen vor. Beispielsweise verweist AIDA Cruises auf den Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) und Landstrom in Häfen, um Emissionen zu reduzieren. Sie sprechen von einer Strategie, die auf technologische Innovation, Kreislaufwirtschaft und soziale Verantwortung setzt. Mit solchen Maßnahmen versucht die Branche zu zeigen, dass sie die Herausforderungen ernst nimmt und sich in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft bewegt.

Die Hamburg Cruise Days 2025 sind somit mehr als nur ein Fest. Sie wurden zu einem Schauplatz für den Konflikt zwischen der glamourösen Kreuzfahrtwelt und der systemischen Kritik an ihr. Für die Branche wird es in Zukunft entscheidend sein, nicht nur ihre Schiffe zu präsentieren, sondern auch überzeugende Antworten auf die Fragen nach Umwelt und Arbeitsbedingungen zu finden.

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