Kiel startet in Kreuzfahrtsaison 2025: Fokus auf Wachstum und Landstromausbau
-
Florian "Vossy" Voß -
29. April 2025 um 18:49 -
1.852 Mal gelesen -
0 Antworten
Die Hauptphase der Kreuzfahrtsaison erstreckt sich, wie in den Vorjahren etabliert, von Mai bis Oktober. In den Monaten April, November und Dezember ist die Frequenz der Schiffsanläufe geringer. Den Schlusspunkt der Saison setzt die MS Amadea von Phoenix Reisen am 14. Dezember 2025. Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt rechnet im dritten Jahr in Folge mit über einer Million Kreuzfahrtgästen und festigt damit ihre Position als einer der passagierreichsten Kreuzfahrthäfen in Nordeuropa.
Parallel zum Saisonbetrieb investiert der Kieler Hafen kontinuierlich in die Verbesserung seiner Terminalinfrastruktur. Im Fokus steht 2025 der Ostseekai mit seinen zwei innenstadtnahen Liegeplätzen. Die dort vorhandene Landstromanlage wird erweitert, um zukünftig die simultane Versorgung von zwei Kreuzfahrtschiffen mit Strom vom Festland zu ermöglichen – eine Kapazitätserweiterung, die bisher nicht gegeben war. Aufgrund der notwendigen Bauarbeiten muss die Anlage jedoch für mehrere Wochen außer Betrieb genommen werden. Während dieser Zeit können 19 geplante Anläufe am Ostseekai nicht mit Landstrom versorgt werden.
Die Erweiterung am Ostseekai bildet den letzten Baustein zur Vollendung der Landstrominfrastruktur im Kieler Hafen, ein Projekt, das bereits 2018 initiiert wurde und ein Investitionsvolumen von insgesamt 50 Millionen Euro umfasst. Schon im Vorjahr konnte der Hafen mehr als die Hälfte aller Anläufe von Fähr- und Kreuzfahrtschiffen mit zertifiziertem Ökostrom versorgen. Die erweiterte Anlage am Ostseekai, gefördert durch Bundes- und Landesmittel, soll im Herbst dieses Jahres den Betrieb aufnehmen.
Zeitgleich wird die Gepäckabfertigung im Terminal am Ostseekai einer umfassenden Modernisierung unterzogen. Ziel ist es, die Prozesse zu optimieren und eine sowohl funktional als auch architektonisch überzeugende Erweiterung zu schaffen.
Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG, unterstreicht die Bedeutung der laufenden Saison: „Dies wird die Kreuzfahrtsaison sein, in der wir unsere Landstromstrategie baulich zum Abschluss bringen. Planmäßig werden wir im Herbst die Arbeiten an der Erweiterungsanlage am Ostseekai abschließen und verfügen dann über Versorgungskapazitäten für bis zu drei Kreuzfahrtschiffe und vier Fähren.“ Er sieht dies als „zentralen Schritt für unsere persönlichen Umweltziele, die wir mit einer vollständigen Versorgung der Schiffe mit Ökostrom in den kommenden Jahren erreichen wollen.“
Die Nutzung von Landstrom ist eine Schlüsseltechnologie zur Reduzierung der Umweltbelastung durch die Schifffahrt in Häfen. Sie ermöglicht das Abschalten der Schiffsmotoren während der Liegezeit, wodurch CO2-Emissionen sowie Lärm und Schadstoffausstoß signifikant verringert werden. Die Implementierung dieser Technologie erfordert erhebliche Investitionen von Häfen und Reedereien. Der Port of Kiel setzt bei seiner Landstromversorgung seit Jahren konsequent auf europäischen Ökostrom aus erneuerbaren Quellen, um die Nachhaltigkeitsziele zu untermauern.
„Die Nachfrage nach Landstrom im Kreuzfahrtsegment ist enorm“, erläutert Claus. „Für diese Saison hatten wir ursprünglich mit einer Anschlussquote von 80 Prozent aller Hochseekreuzfahrtschiffe geplant. Aufgrund der Baumaßnahmen […] rechnen wir in diesem Jahr mit einer Anschlussquote von etwa 70 Prozent.“
[Basierend auf Auszügen einer Pressemitteilung des Port of Kiel]