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Hackerangriff auf der MSC Divina: Passagiere kapern Bordlautsprecher

  • etwas MEERzeit
  • 3. August 2026 um 09:56
  • 589 Mal gelesen
  • 0 Antworten
Bild: von pixabay.com
In der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 2026 ereignete sich auf der MSC Divina ein bisher einmaliger und gefährlicher Zwischenfall. Auf dem Weg vom türkischen Marmaris ins italienische Neapel gelang es sechs Passagieren, das öffentliche Durchsagesystem (Public Address System) des Kreuzfahrtschiffes zu hacken. Mitten in der Nacht setzten sie über die Deckslautsprecher die alarmierende Falschmeldung ab: „Der Kapitän hat die Kontrolle über das Schiff verloren“. Diese Durchsage sorgte bei den rund 4.000 Gästen an Bord verständlicherweise für große Verwirrung und Sorge.

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Doch wie konnte das passieren? Moderne Kreuzfahrtschiffe sind im Grunde schwimmende Smart Cities, deren gesamte Technik stark vernetzt ist. Die Täter, die als ganz normale Gäste in zwei Kabinen untergebracht waren, nutzten offenbar die dortigen Netzwerkanschlüsse – etwa für die Smart-TVs –, um sich in das System einzuhängen. Durch fehlendes VLAN-Management und unzureichende Absicherungen auf dem Schiffsnetzwerk konnten sie die digitalen Barrieren überwinden und ihre eigene Audiospur in das eigentlich streng gesicherte SIP-Protokoll der Kommunikationsanlage einspeisen.

Zum Glück reagierte die Besatzung blitzschnell. Die IT-Abteilung an Bord konnte die Anschlüsse in den Kabinen der Täter innerhalb kürzester Zeit orten und vom Netz trennen. Um eine drohende Massenpanik zu verhindern, griff Kapitän Gabriele Russo sofort selbst zum Mikrofon. Er meldete sich über das nun wieder sichere System bei den Passagieren, erklärte den Hackerangriff transparent und versicherte, dass der Schiffsbetrieb zu jeder Zeit absolut sicher lief. Durch dieses besonnene Eingreifen konnte die Lage schnell beruhigt werden.

Das unerlaubte Handeln bleibt für die sechs Täter nicht ohne Folgen. Direkt nach dem Einlaufen in Neapel kamen die italienische Küstenwache und Grenzpolizei an Bord und nahmen die Ermittlungen auf. Den Passagieren drohen nun ernsthafte Strafen wegen unbefugten Eindringens in ein Computersystem und der Auslösung eines falschen Alarms. Für die gesamte maritime Industrie ist dieser Vorfall zudem ein lauter Weckruf: Die Cyber-Sicherheit auf See muss künftig noch stärker gegen Angriffe von innen geschützt werden.

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