MS Vasco Da Gama: Sturm in der Ostsee zwingt zu Routenänderung
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etwas MEERzeit -
20. Juli 2026 um 11:23 -
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Die Gäste erhielten bei einem Rundgang tiefe Einblicke in die operativen Abläufe des Schiffes. Auf dem Programm standen unter anderem der Maschinenraum und das bordeigene Recycling-Center. Ein besonderes Highlight war der Besuch auf der Kommandobrücke. Dort stand Kapitän Jörg Miklitza den Besuchern Rede und Antwort und gab Einblicke in den maritimen Alltag – vom fantastischen Ausblick über Backbord und Steuerbord bis hin zu nautischen Fachfragen.Diese sturmbedingte Planänderung trifft das Schiff auf seiner ersten regulären Route nach einer extrem langen Werftzeit. Noch im April 2026 musste die Weltreise in Lissabon abgebrochen werden, weil der Verstellpropeller an Steuerbord ausgefallen war. Auf dem Weg zur Reparatur in Brest kam es dann zu einem weiteren Defekt an einer der Hauptmaschinen. Da das Schiff bereits 1993 gebaut wurde, mussten Ersatzteile für die fünf Generatoren aufwendig nachgebaut werden, was zu einem fast dreimonatigen Ausfall führte.
Die Vasco Da Gama besticht durch ihren klassischen Charme, aber unter der Haube ist die Technik eine echte Herausforderung. Um höchste Umweltstandards zu erfüllen, wurden moderne SCR-Katalysatoren zur Abgasreinigung und komplexe Membranfilter-Abwasseranlagen eingebaut. Diese hochmoderne Technik mit den älteren Maschinen zu verbinden, ist technisch sehr anspruchsvoll und fehleranfällig. Für den Betreiber nicko cruises ist der Ausfall besonders bitter, da es ihr einziges Hochseeschiff ist.
Aktuell arbeitet die Crew unter Hochdruck daran, die verbleibende Route bestmöglich zu gestalten und das Schiff pünktlich am 26. Juli 2026 zur nächsten Einschiffung nach Kiel zu bringen. Auch wenn die Anpassungen ärgerlich sind, zeigt sich hier, wie stark moderne Kreuzfahrten vom Wetter und hochkomplexer Technik abhängen. Passagiere können sich aber sicher sein, dass die Reederei mit Hochdruck an schnellen Lösungen und kulanten Alternativen arbeitet.
Ein zentrales Thema des Treffens war die gemeinsame Nachhaltigkeitsinitiative „För de Küste“. AIDA Cruises demonstrierte in diesem Rahmen seine emissionsfreie Landstrom-Technologie im Hafen. Zudem präsentierten die innovativen Start-ups Bracenet und Oceanbasis ihre Konzepte. Sie zeigten den anwesenden Wirtschaftsvertretern eindrucksvoll, dass sich mariner Umweltschutz und erfolgreiche Geschäftsmodelle sehr gut vereinen lassen.
Neben den maritimen Themen gab es auch eine wichtige sportliche Ankündigung. Auf der Bühne der AIDAnova wurde Börge Lund offiziell als neuer Cheftrainer des THW Kiel vorgestellt. Zusammen mit der neuen kaufmännischen Geschäftsführerin Anja Niemann setzt der Verein damit einen klaren Kurs für den Neustart in der kommenden Saison 2026/2027.