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Kreuzfahrt-Eklat: Türkei erteilt der "Scarlet Lady" ein Anlegeverbot

  • etwas MEERzeit
  • 7. Juli 2026 um 06:01
  • 409 Mal gelesen
  • 0 Antworten
By Virtual-Pano - Own work, CC BY 4.0, Link
Die „Scarlet Lady“ der Reederei Virgin Voyages sollte eigentlich an der türkischen Küste festmachen. Doch daraus wurde nichts. Die türkischen Behörden haben dem Schiff, das komplett für eine queere Kreuzfahrt von Atlantis Events gechartert war, kurzerhand das Anlegen in Kuşadası und Istanbul verboten. Die offizielle Begründung lautet, dass die Gäste an Bord nicht zu den moralischen und familiären Werten des Landes passen. Während an Steuerbord also eigentlich die türkische Küste auftauchen sollte, blicken die Passagiere nach einer spontanen Umroutung nun auf ganz neue Ziele.

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Um hohe EU-Steuern an Bord zu vermeiden, musste schnell ein Ersatzhafen außerhalb der Europäischen Union gefunden werden. Daher steuerte das hochmoderne Schiff spontan Alexandria in Ägypten an, bevor es nach Griechenland weiterging. Dieser Rauswurf kam jedoch nicht aus heiterem Himmel. Vorab gab es in Istanbul bereits mediale Stimmungsmache gegen die Reise, die sogar zur Schließung eines bekannten Szene-Clubs führte. Bemerkenswert ist dabei, dass vergleichbare Schiffsbesuche vor einigen Jahren in der Türkei noch völlig entspannt und willkommen abgewickelt wurden.

Für die Wirtschaft vor Ort ist dieses Hafenverbot ein herber Verlust. Allein in Kuşadası entgehen dem Hafenbetreiber und den lokalen Händlern Einnahmen in Millionenhöhe. Die kaufkräftigen Urlauber, zu denen auf dieser Reise auch der bekannte Broadway-Star Patti LuPone gehört, lassen ihr Geld für Ausflüge, Restaurants und Souvenirs nun in anderen Häfen. In der internationalen Tourismusbranche sorgt das für große Unruhe.

Solche politischen Alleingänge machen die langfristige Routenplanung für große Reedereien extrem unberechenbar. Das Vertrauen in die Türkei als sicheres und verlässliches Reiseland hat massive Risse bekommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Kreuzfahrtunternehmen das Land in Zukunft seltener in ihre Fahrpläne aufnehmen, um ihre Gäste und Schiffe nicht staatlicher Willkür auszusetzen. Am Ende profitiert davon vor allem die direkte touristische Konkurrenz im westlichen Mittelmeer.

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