Kreuzfahrt-Eklat: Türkei erteilt der "Scarlet Lady" ein Anlegeverbot
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7. Juli 2026 um 06:01 -
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Um hohe EU-Steuern an Bord zu vermeiden, musste schnell ein Ersatzhafen außerhalb der Europäischen Union gefunden werden. Daher steuerte das hochmoderne Schiff spontan Alexandria in Ägypten an, bevor es nach Griechenland weiterging. Dieser Rauswurf kam jedoch nicht aus heiterem Himmel. Vorab gab es in Istanbul bereits mediale Stimmungsmache gegen die Reise, die sogar zur Schließung eines bekannten Szene-Clubs führte. Bemerkenswert ist dabei, dass vergleichbare Schiffsbesuche vor einigen Jahren in der Türkei noch völlig entspannt und willkommen abgewickelt wurden.
Für die Wirtschaft vor Ort ist dieses Hafenverbot ein herber Verlust. Allein in Kuşadası entgehen dem Hafenbetreiber und den lokalen Händlern Einnahmen in Millionenhöhe. Die kaufkräftigen Urlauber, zu denen auf dieser Reise auch der bekannte Broadway-Star Patti LuPone gehört, lassen ihr Geld für Ausflüge, Restaurants und Souvenirs nun in anderen Häfen. In der internationalen Tourismusbranche sorgt das für große Unruhe.
Solche politischen Alleingänge machen die langfristige Routenplanung für große Reedereien extrem unberechenbar. Das Vertrauen in die Türkei als sicheres und verlässliches Reiseland hat massive Risse bekommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Kreuzfahrtunternehmen das Land in Zukunft seltener in ihre Fahrpläne aufnehmen, um ihre Gäste und Schiffe nicht staatlicher Willkür auszusetzen. Am Ende profitiert davon vor allem die direkte touristische Konkurrenz im westlichen Mittelmeer.