Routenänderung wegen Antriebsschaden: Norwegian Sun drosselt Tempo in der Ostsee
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etwas MEERzeit -
27. Juni 2026 um 19:32 -
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Die reduzierte Marschgeschwindigkeit macht die Einhaltung des ursprünglichen, eng getakteten Fahrplans mathematisch unmöglich. Norwegian Cruise Line (NCL) musste daher den Reiseverlauf massiv anpassen: Die Hafenanläufe in Nynäshamn (Schweden) und Klaipėda (Litauen) wurden ersatzlos gestrichen und durch Seetage ersetzt. Gdynia (Polen) entfällt ebenfalls; stattdessen läuft das Schiff Rønne auf Bornholm an. In den verbleibenden Häfen wie Riga und Warnemünde wurden die Liegezeiten operativ modifiziert, um den langsameren Transit auszugleichen. Nach der Ankunft in Kopenhagen ist eine Werftüberprüfung geplant.
Die Störungen reihen sich in eine Historie mechanischer und elektrischer Defekte des im Jahr 2001 gebauten Schiffes ein. Unter den rund 1.900 Passagieren sorgt der Vorfall für erheblichen Unmut, da die Antriebsprobleme bereits auf den vorherigen Reisen auftraten, die Gäste beim Boarding jedoch nicht informiert wurden. Als Ausgleich bietet die Reederei ein Kompensationspaket aus 100 USD Bordguthaben pro Kabine und einen Gutschein über 25 % des Fahrpreises für zukünftige Kreuzfahrten an. Auch Passagiere der direkt folgenden Reise sind besorgt, da der dortige, sehr hafenintensive Fahrplan mit den aktuellen Einschränkungen kaum realisierbar scheint.
Aus reiserechtlicher Sicht stellt der ersatzlose Ausfall mehrerer Häfen einen erheblichen Reisemangel dar, der im Risikobereich des Veranstalters liegt und nicht als höhere Gewalt gilt. Nach europäischem Recht haben Betroffene Anspruch auf eine nachträgliche Reisepreisminderung in bar, die durch Gutscheine nicht automatisch erlischt. Für die Reederei ist die verlangsamte Durchführung der Reise dennoch ein kalkuliertes wirtschaftliches Abwägen, da die Entschädigungen und juristischen Nachforderungen finanziell günstiger ausfallen als eine komplette Absage der Kreuzfahrt.