MS Hamburg 2026: Frischekur für die Kabinen & die leisen Technik-Hürden unter Deck
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etwas MEERzeit -
23. Juni 2026 um 09:27 -
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Während das Marketing die optischen Neuerungen feiert, bleibt es um die Technik unter Deck auffallend ruhig. Dabei steht das 1997 gebaute Schiff vor enormen regulatorischen Hürden. Um in Zukunft fit für die Meere zu sein, müssen im Hintergrund strenge Umweltauflagen erfüllt werden. Dazu gehören die IMO-Vorgaben zur Ballastwasser-Behandlung und der weltweit begrenzte Schwefelgehalt im Treibstoff. Zwar fährt das Schiff bereits mit teurerem, schwefelarmem Marine-Gasöl statt Schweröl, doch das drückt auf die Marge. Die drängendste Frage betrifft jedoch den Heimathafen: Ab 2027 gilt in Hamburg eine strenge Landstrompflicht. Ohne passende Nachrüstung drohen dem Schiff abgasfreie, aber teure Konsequenzen bis hin zum Anlegeverbot.
Wirtschaftlich steht hinter dem Nischenkonzept seit 2025 die italienische Ligabue Group als starker Investor. Die Investitionen lohnen sich, denn die MS Hamburg punktet mit einer treuen Fangemeinde: Weit über 60 % Stammgäste schätzen die familiäre Atmosphäre mit maximal 400 Passagieren sowie Routen abseits des Massentourismus. Dank der geringen Größe und des geringen Tiefgangs steuert das Schiff Häfen an, die für Megaliner unerreichbar bleiben. Diese Exklusivität lässt sich die kaufkräftige Kundschaft auch etwas kosten.
Die Pläne nach dem Werftaufenthalt sind jedenfalls gewaltig und führen das Schiff in extreme Klimazonen. Neben einer arktischen Winter-Expedition im März 2027 in den Bottnischen Meerbusen glänzt der Fahrplan mit einer 147-tägigen Weltreise im Winter 2027/2028. Diese XXL-Route führt von Hamburg über die Antarktis und die Südsee bis nach Hawaii. Ob der Spagat zwischen Luxus an Bord und den strengen Umweltauflagen gelingt, wird sich zeigen – die Zukunftsfähigkeit des Schiffes entscheidet sich diesen Winter im Maschinenraum.