Neustart nach Nahost-Krise: MSC Euribia kehrt nach Kiel zurück
-
etwas MEERzeit -
6. Mai 2026 um 12:35 -
528 Mal gelesen -
0 Antworten
Um die Sicherheit der Gäste zu garantieren, wurden Zehntausende Urlauber in einer beispiellosen Rettungsaktion mit Charterflügen in die Heimat gebracht. Die Schiffe selbst blieben zunächst mit abgeschaltetem Ortungssystem als "Geisterschiffe" zurück, um im Krisengebiet keine Zielscheibe zu bieten. Erst durch ein kurzes diplomatisches Zeitfenster Mitte April gelang den Schiffen schließlich die Flucht. In einem eng bewachten Konvoi und nur mit einer absoluten Rumpfbesatzung an Bord, passierten sie das gefährliche Nadelöhr der Straße von Hormus.
Während Reedereien wie TUI Cruises für ihre "Mein Schiff"-Flotte den langen, aber sicheren Umweg über Südafrika wählten, nahm die MSC Euribia die schnellere Route durch den Suezkanal. Ein entscheidender Zwischenstopp war Valletta auf Malta. Dort wurde das riesige Schiff in kürzester Zeit für den Neustart aufgerüstet: Hunderte Crewmitglieder kamen an Bord, frischer Proviant wurde gebunkert und die LNG-Tanks des umweltfreundlichen Kreuzers wurden für die anstehende Nordeuropa-Saison gefüllt.
Wenn die MSC Euribia nun Mitte Mai von Kiel aus in See sticht, steuert sie mit den norwegischen Fjorden echte "Sicherheitshäfen" an. Die dramatischen Ereignisse der letzten Monate haben die Einsatzplanung der gesamten Branche nachhaltig verändert. Statt auf unsichere Winterreviere im Orient setzen die Reedereien in Zukunft verstärkt auf robustere Fahrwasser. Für Urlauber bedeutet das: Skandinavien, die Kanaren oder Südostasien rücken als sichere Reiseziele weiter in den Fokus, während man an Backbord und Steuerbord ganz entspannt die friedliche Aussicht auf das Meer genießen kann.