Massenflucht aus dem Persischen Golf: Kreuzfahrtschiffe entkommen der Blockade
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etwas MEERzeit -
18. April 2026 um 16:06 -
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Die Lage vor Ort ist extrem angespannt. Die Schiffe fahren in einem hochriskanten Umfeld. Erst kürzlich gab es einen massiven Zwischenfall. Ein Projektil schlug in unmittelbarer Nähe eines der flüchtenden Kreuzfahrtschiffe ein. Zudem wurden Handelsschiffe wie ein Öltanker von iranischen Kräften beschossen. Das zwang andere Frachter zu riskanten Wendemanövern. Die Kreuzfahrtschiffe navigieren nun dicht an dicht. So bieten sie sich gegenseitig Schutz und behalten die Gefahr an Steuerbord und an Backbord genau im Blick.
Glücklicherweise sind keine Passagiere mehr an Bord. Die Reedereien hatten ihre Gäste bereits in den vergangenen Wochen mit einer gewaltigen Luftbrücke sicher nach Hause gebracht. Aktuell werden die riesigen Schiffe nur von einer absoluten Rumpfmannschaft gesteuert. Diese nennt man "Skeleton Crew". Nach der Flucht stehen die Reedereien vor der nächsten großen Hürde. Die Schiffe müssen für die anstehende Europasaison neu positioniert werden. Einige Anbieter wählen den riskanten Weg durch den Suezkanal. TUI Cruises und MSC Cruises weichen hingegen auf die lange und teure Route um das Kap der Guten Hoffnung aus.
Diese Krise verändert die Kreuzfahrtwelt nachhaltig. Die Unsicherheit in der Region hat weitreichende Folgen. Große Anbieter wie MSC und TUI Cruises haben ihre geplanten Winterprogramme 2026/2027 für den Orient komplett gestrichen. Die Schiffe werden stattdessen in die Karibik oder nach Südamerika verlegt. Die Region fällt als beliebtes Ziel für Winterkreuzfahrten vorerst aus. Das gilt so lange, bis sich die Lage im Nahen Osten dauerhaft und verlässlich beruhigt hat.