AIDAprima bricht Anlauf im Geirangerfjord wegen Fallwinden ab
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etwas MEERzeit -
15. April 2026 um 13:16 -
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Der Grund für dieses abrupte Manöver waren sogenannte katabatische Winde, auch Fallwinde genannt. Während die Wetterberichte an Land für das Tal nur eine leichte Brise prognostizierten, trafen eiskalte Luftmassen aus den Bergen auf die Wasseroberfläche des Fjords. Die eigenen Schiffssensoren der AIDAprima registrierten starke Böen von bis zu 15 Knoten. Auf offener See ist das für ein Kreuzfahrtschiff kein Problem. In der Enge des Fjords drückt dieser Wind jedoch massiv auf die großen Aufbauten des 300 Meter langen Schiffes.
Erschwerend kamen strenge behördliche Vorgaben und bauliche Veränderungen vor Ort hinzu. Die norwegische Küstenverwaltung (Kystverket) gibt sehr genaue und restriktive Regeln für das Festmachen vor. Zudem wurde das ohnehin enge Wendebecken in Geiranger durch eine neue Marina weiter verkleinert. Unter diesen Bedingungen konnten die Querstrahlruder das Schiff nicht sicher genug gegen den Wind stabilisieren, ohne Schäden an der Infrastruktur zu riskieren. Die Entscheidung des Kapitäns und des Lotsen zum Abbruch war nautisch und sicherheitstechnisch absolut folgerichtig.
Dieser Vorfall zeigt exemplarisch aktuelle Herausforderungen der Kreuzfahrtbranche auf. Wegen geopolitischer Spannungen im Orient verlegen viele Reedereien ihre Schiffe früher im Jahr nach Nordeuropa. Im Frühling ist das Wetter in den norwegischen Fjorden jedoch oft noch unberechenbar. Für die Gäste an Bord bedeutete das Ausweichmanöver zwar den Ausfall der Landausflüge in Geiranger, dafür bot sich jedoch die Gelegenheit für einen unerwarteten, entspannten Seetag mit dem vollen Unterhaltungsprogramm des Schiffes.