Project Vision: Meyer Werft plant das erste vollelektrische Kreuzfahrtschiff
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etwas MEERzeit -
13. April 2026 um 13:13 -
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Technisch setzt die Werft auf eine enge Kooperation mit dem Batteriespezialisten Corvus Energy. Da keine großen Verbrennungsmotoren mehr nötig sind, verändert sich das Design radikal: Der markante Schornstein verschwindet komplett. Dieses „Funnel-Free“-Design schafft an Deck völlig neuen Raum für die Passagiere. Ohne Abgase und Rußpartikel wird die Luft an Steuerbord und Backbord spürbar besser. Zudem fallen störende Vibrationen und Motorenlärm weg, was den Komfort an Bord massiv erhöht.
Ein Highlight für die Gäste ist die wetterunabhängige Planung. Der Aqua Park wandert bei der „Project Vision“ ins Heck und wird komplett überdacht, was das Schiff zum idealen Begleiter für Ganzjahres-Routen in Nordeuropa oder im Mittelmeer macht. Damit die Energie reicht, ist das Konzept auf „Port-Hopping“ ausgelegt – also kürzere Distanzen zwischen Häfen mit leistungsstarker Ladeinfrastruktur. Für längere Überführungen kann das Schiff modular mit Range-Extendern, etwa umweltfreundlichen Methanol-Brennstoffzellen, ausgestattet werden.
Die größte Herausforderung liegt momentan noch an Land. Um die gigantischen Batterien während der Liegezeit zu laden, benötigen die Häfen eine enorme Stromleistung und modernste Megawatt-Ladesysteme (MCS). Die EU gibt hier mit neuen Verordnungen bereits den Takt vor, damit bis 2030 die passende Infrastruktur bereitsteht. Für die Meyer Werft, die sich nun zu 80 Prozent in Staatsbesitz befindet, ist dieses Projekt ein wichtiger Beweis für die Innovationskraft des deutschen Schiffbaus auf dem Weg zur „Net Zero“- Kreuzfahrt.