Startschuss für den nächsten Ozeanriesen: Baubeginn der Icon 5 bei Meyer Turku
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etwas MEERzeit -
21. Januar 2026 um 07:20 -
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Mehr als nur ein Symbol Der Stahlschnitt ist in der Schifffahrt weit mehr als ein Fototermin. Mit dem Aktivieren der computergesteuerten Plasmaschneideanlage beginnt die physische Produktion. Die Anlage schnitt am Montag die erste Stahlplatte für die Doppelboden-Sektion des Schiffes. Dieser Bereich ist später extrem wichtig. Er beherbergt Tanks für Wasser und LNG (Flüssigerdgas) sowie die Fundamente für die massiven Motoren. Juristisch gesehen ist das Schiff nun offiziell bei der Klassifikationsgesellschaft DNV registriert. Damit fließen oft auch die ersten Gelder der Baufinanzierung.
Lernen von den Schwesterschiffen Casimir Lindholm, der Chef von Meyer Turku, betonte bei der Zeremonie den Lerneffekt. Da es sich um das fünfte Schiff der Serie handelt, profitiert die Werft enorm von den Erfahrungen mit den Vorgängern wie der Icon of the Seas oder der Star of the Seas. Prozesse sind eingespielt, und die Lieferketten stehen. Das Ziel ist klar: Dieses Schiff soll mit weniger Arbeitsstunden pro Tonne gefertigt werden als der Prototyp.
Volle Docks in Turku Auf der Werft herrscht aktuell Hochbetrieb. Wer einen Blick auf das Gelände wirft, sieht die enorme Auslastung:
- Icon 3 (Legend of the Seas): Liegt bereits zur Endausrüstung am Kai und soll im Sommer 2026 fertig sein.
- Icon 4: Befindet sich mitten in der Strukturmontage im Trockendock.
- Icon 5: Ist nun im Bau (Stahlschnitt).
- Patrouillenschiffe: Zusätzlich baut die Werft an Schiffen für den finnischen Grenzschutz.
Das erfordert eine logistische Meisterleistung, besonders bei der Nutzung des riesigen Goliath-Krans.
Technik und Umwelt im Fokus Technisch setzt auch die „Icon 5“ auf Bewährtes, wird aber im Detail verfeinert. Der charakteristische parabolische Bug sorgt weiterhin für Stabilität und Effizienz im Wasser. Im Inneren dürfen sich zukünftige Gäste wieder auf architektonische Highlights wie „The Pearl“ (die tragende Kugel im Schiffsinneren) und den massiven „AquaDome“ freuen.
Ein großes Thema bleibt der Umweltschutz. Das Schiff entsteht unter dem Einfluss des Forschungsprojekts NEcOLEAP. Das Ziel ist die Klimaneutralität im Schiffbau. Auch wenn die „Icon 5“ bei ihrer Ablieferung 2028 noch nicht komplett emissionsfrei fahren wird ("Net Zero"), fließen viele Innovationen ein. Dazu gehören bessere Rumpfbeschichtungen, Leichtbaumaterialien und Systeme zur Wärmerückgewinnung. Angetrieben wird der Riese primär mit LNG, wobei modernste Technik den unerwünschten Methanschlupf minimieren soll. Zudem ist das Schiff auf Landstrom und eine fast vollständige Müllverwertung an Bord ausgelegt.
Ein Blick in die Zukunft Die Partnerschaft zwischen Royal Caribbean und Meyer Turku wurde vertraglich bis 2036 verlängert. Das sichert der Werft langfristig Arbeit und der Reederei die begehrten Bauplätze für diese komplexen Schiffe. Für Finnland ist das ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, da etwa 70 Prozent der Wertschöpfung im Land bleiben.
Wenn die „Icon 5“ im Sommer 2028 in See sticht, liegen über zwei Jahre harter Arbeit hinter den Ingenieuren und Arbeitern. Wir bleiben gespannt, welchen Namen das neue Schiff tragen wird.