Viking & Fincantieri: Mit Wasserstoff-Power in die Kreuzfahrt-Zukunft 2031
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etwas MEERzeit -
11. Dezember 2025 um 14:30 -
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Kurz gesagt: Viking hat zwei brandneue Ozean-Kreuzfahrtschiffe fest bestellt, die 2031 ausgeliefert werden sollen. Dazu gibt es Optionen für zwei weitere Schiffe bis 2033. Das Investitionsvolumen ist enorm (wir sprechen hier von bis zu einer Milliarde Euro pro Schiff), was zeigt: Viking meint es ernst.
Das Besondere daran ist nicht die Größe der Schiffe – mit rund 998 Passagieren bleiben sie im angenehmen "Small Ship Segment" – sondern das, was unter der Haube steckt. Oder besser gesagt: unter Deck.
Während viele andere Reedereien noch über LNG (Flüssigerdgas) diskutieren, überspringt Viking diesen Schritt einfach. Die neuen Schiffe setzen auf ein Hybrid-System mit flüssigem Wasserstoff.
Die Technik im Detail:
- Herzstück: An Bord arbeiten 6-Megawatt-Brennstoffzellensysteme (PEM).
- Das Ergebnis: Aus dem Auspuff kommt kein CO2, kein Schwefel, kein Feinstaub – sondern nur reines Wasser.
- Der Nutzen: Die 6 Megawatt reichen zwar nicht, um mit Vollgas über den Atlantik zu brettern (dafür gibt es noch effiziente Hybrid-Lösungen für die Langstrecke), aber sie decken den kompletten Hotelbetrieb (Licht, Küche, Klima) im Hafen ab. Zudem ermöglichen sie das flüsterleise und emissionsfreie Manövrieren, etwa in sensiblen Fjorden.
Vielleicht fragst du dich: "Wo tankt man denn heute schon Wasserstoff?" Genau hier liegt die genialste Innovation dieses Vertrags. Viking und Fincantieri umgehen das Problem der fehlenden Infrastruktur mit einem containerisierten Speichersystem.
Anstatt das Schiff kompliziert an eine Zapfsäule anzuschließen, wird der Wasserstoff in speziellen Tank-Containern an Bord gehoben – fast wie Batterien bei einer Fernbedienung, nur in XXL. Ist der Tank leer, wird der Container im nächsten Hafen einfach gegen einen vollen ausgetauscht. Das macht die Schiffe extrem flexibel und unabhängig von lokalen Leitungen.
Viking macht das nicht nur fürs Image. Es geht um knallharte strategische Vorteile:
- Norwegen-Ticket: Ab 2026 dürfen in die UNESCO-Fjorde Norwegens (die Heimat von Viking) nur noch emissionsfreie Schiffe. Mit der neuen Flotte ist Viking hier auf der sicheren Seite.
- Regulierungen: Die Gesetze (wie IMO 2050) werden strenger. Wer jetzt noch alte Diesel-Pötte baut, hat in zehn Jahren ein Problem. Diese Schiffe sind "Future-Proof".
- Luxus-Faktor: Die Viking-Gäste zahlen gerne für das gute Gewissen und die Exklusivität, Orte zu besuchen, die anderen verwehrt bleiben.
Was mit Pilotprojekten wie der Viking Libra (Start 2026) beginnt, geht mit diesem Vertrag für 2031 in die echte Serienfertigung. Fincantieri baut die Brennstoffzellen sogar selbst (über die Tochterfirma IFM), was die Technik verlässlicher macht.
Für uns Urlauber heißt das: Das gewohnte skandinavische Design und der Luxus bleiben, aber der ökologische Fußabdruck schrumpft massiv. Die Zukunft der Kreuzfahrt ist leiser, sauberer – und sie hat gerade erst begonnen.