Queen Mary 2: Geplanter Stopp in Bremerhaven wegen Antriebsschaden – Anlauf am Containerterminal
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etwas MEERzeit -
17. November 2025 um 11:35 -
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Die "Queen Mary 2" beendete heute eine 10-Nächte-Europareise. Ursprünglicher Zielhafen war Hamburg. Wie jedoch bereits vergangene Woche bekannt gegeben wurde, zwang ein technisches Problem die Reederei zum Handeln. Statt in Hamburg erreichte das 345-Meter-Schiff bereits um 01:07 Uhr UTC Bremerhaven.
Wie die Reederei Cunard Line bestätigte, ist ein "technischer Defekt an einer Antriebsgondel" die Ursache für die Umleitung. Diese sogenannten Pod-Antriebe sind das Herzstück der Manövrierfähigkeit des Schiffes. Sie sind um 360 Grad drehbar und vereinen Motor und Propeller in einer externen Gondel.
Ein Defekt an einem dieser "Mermaid"-Pods beeinträchtigt die Steuerfähigkeit und die Antriebsredundanz erheblich. Für Kenner des Schiffes ist dies keine neue Nachricht: Die "Queen Mary 2" kämpft seit Jahren immer wieder mit Problemen an diesen komplexen Systemen. Bereits 2016 fand eine umfangreiche Überholung der Pods statt. Das aktuelle Problem ist also das Wiederauftreten eines bekannten, chronischen Leidens.
Die Entscheidung gegen Hamburg und für Bremerhaven – auch wenn sie frühzeitig getroffen wurde – war eine zwingende nautische Konsequenz aus dem Schaden.
- Risiko Elbe: Die Anfahrt nach Hamburg erfordert eine mehrstündige, komplexe Revierfahrt auf der tideabhängigen und stark befahrenen Elbe. Ein Schiff dieser Größe mit eingeschränkter Manövrierfähigkeit in diesem engen Fahrwasser zu steuern, stellt ein extremes Risiko dar.
- Alternative Bremerhaven: Der Hafen an der Wesermündung ist dagegen direkt von der Nordsee aus erreichbar. Die Anfahrt ist kurz, tief und nautisch weitaus unkomplizierter. Zudem verfügt Bremerhaven über die notwendige Werftinfrastruktur für eine mögliche Inspektion oder Notreparatur.
Das ganze Ausmaß der Havarie zeigt sich trotz der planmäßigen Ankunft am Liegeplatz. Die "Queen Mary 2" liegt nicht etwa am Kreuzfahrtterminal (Columbuskaje), sondern musste an der Stromkaje festmachen – einem der größten Containerterminals Europas.
Dies ist ein absolutes Novum und unterstreicht die Ernsthaftigkeit des technischen Problems. An der Stromkaje gibt es keinerlei Infrastruktur für Passagiere:
- Keine Passagier-Gangways für ein Schiff dieser Höhe.
- Keine Terminals für Zoll- oder Gepäckabfertigung.
- Keine Wartebereiche.
Das Schiff liegt mitten in einem aktiven Hochsicherheits-Industriegebiet. Die nautische Sicherheit hatte hier bei der Planung des Anlaufs absoluten Vorrang vor jeglicher Passagierlogistik.
Die Havarie löst eine Kaskade von Problemen für Reisende aus, auch wenn diese bereits informiert waren:
- Ausschiffende Gäste: Die 420 Passagiere, die ihre Reise in Hamburg beenden wollten, waren über die Änderung informiert. Sie müssen nun dennoch unter logistisch schwierigen Bedingungen am Containerterminal von Bord gehen. Cunard organisiert den bereits angekündigten Bustransfer, um die Gäste und ihr Gepäck in das rund 100 km entfernte Hamburg zu bringen.
- Gestrichene Kurzreise: Gravierend ist die Situation auch für die Passagiere der nächsten Reise (M535B). Diese 2-Nächte-Kurzreise von Hamburg nach Southampton ist annulliert. Die betroffenen Passagiere wurden ebenfalls bereits vergangene Woche informiert.
- Transatlantik-Reise in Gefahr: Der Dominoeffekt könnte auch die wichtigste Route des Schiffes treffen. Die annullierte Kurzreise war notwendig, um das Schiff nach Southampton zu bringen. Von dort sollte es in nur zwei Tagen (19. November) zur Transatlantik-Überquerung nach New York starten. Ein Defekt an einer Antriebsgondel ist oft keine schnelle Reparatur. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass das Schiff rechtzeitig seetüchtig ist.
Für Cunard bedeutet diese Havarie, auch wenn sie frühzeitig kommuniziert wurde, einen massiven finanziellen und logistischen Aufwand sowie einen erheblichen Reputationsschaden. Die Zuverlässigkeit ist das höchste Gut eines Ocean Liners – und diese steht nun erneut in Frage.