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Bye Bye, "Grease": Royal Caribbean nimmt Showklassiker aus dem Programm

  • etwas MEERzeit
  • 11. November 2025 um 08:35
  • 1.016 Mal gelesen
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Von kees torn - INDEPENDENCE OF THE SEAS b, CC BY-SA 2.0, Link
Schluss, aus, vorbei: Royal Caribbean hat das beliebte Broadway-Musical "Grease" nach fast einem Jahrzehnt von zwei Schiffen der Flotte entfernt. Betroffen sind die Harmony of the Seas und die Independence of the Seas. Doch wer jetzt denkt, das sei nur ein einfacher Show-Wechsel, irrt sich. Hinter dieser Entscheidung steckt ein kluger und weitreichender strategischer Plan.

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Royal Caribbean fährt künftig eine zweigeteilte Strategie, wenn es um großes Entertainment geht:

  1. Neue Schiffe (Icon-Klasse): Die neusten und teuersten Schiffe, wie die Icon of the Seas oder die kommende Star of the Seas, bekommen die ganz großen, neuen Broadway-Lizenzen ("The Wizard of Oz", "Back to the Future"). Diese teuren Shows dienen als spektakuläres Marketing-Zugpferd, um die Nachfrage nach den Neubauten anzuheizen.
  2. Bestehende Flotte (Oasis- & Freedom-Klasse): Auf den etablierten Schiffen wird optimiert. Teure Lizenzen wie "Grease" lässt man auslaufen. Stattdessen setzt man auf kostengünstigere, flexiblere und technisch moderne Eigenproduktionen (Inhouse-IP).

Auf der Harmony of the Seas ist der Ersatz bereits klar: Dort läuft nun die Show "Voices". Diese ist keine Unbekannte, sondern eine Original-Produktion von Royal Caribbean, die 2022 auf der Wonder of the Seas Premiere feierte.

Dieser Wechsel vom "Einkäufer" (teure Lizenz) zum "Produzenten" (eigene Show) hat für die Reederei massive Vorteile:

  • Kostenkontrolle: Man spart sich die hohen Lizenzgebühren für "Grease".
  • Skalierbarkeit: "Voices" wurde bereits entwickelt. Die Show jetzt auf andere Schiffe zu bringen, ist extrem kosteneffizient.
  • Flexibilität: Da RCI die Show selbst besitzt, kann sie jederzeit angepasst, gekürzt oder verlegt werden, ohne einen Lizenzgeber fragen zu müssen.
  • Moderner Stil: "Voices" setzt mehr auf Gesang, Tanz und beeindruckende Technologie als auf eine feste Story wie bei "Grease". Das macht die Show zum Spektakel und funktioniert über Sprachbarrieren hinweg besser.

Interessant ist auch, wie "Grease" verschwand: still und leise. Es gab keine große Abschieds-Pressemitteilung. Royal Caribbean bestätigte das Ende erst auf Nachfrage von Medien und Bloggern. So vermeidet man geschickt negative Reaktionen von Fans.

Die Umstellung erfolgte offenbar so rasant, dass die eigenen IT-Systeme nicht hinterherkamen. Während Passagiere in der RCI-App und im "Daily Planner" schon seit Wochen die neue Show "Voices" buchen konnten, wurde "Grease" auf den offiziellen Marketing-Webseiten der Reederei immer noch beworben. Ein klares Zeichen, dass die operative Abwicklung (was der Gast an Bord sieht) Vorrang vor dem globalen Marketing hat.

Die Situation stellt sich für die beiden betroffenen Schiffe unterschiedlich dar:

  • Harmony of the Seas: Hier ist das Timing logisch. Das Schiff erhält 2026 eine umfassende Modernisierung ("Amplification"). Die teure "Grease"-Lizenz jetzt noch kurz vorher zu verlängern, wäre unwirtschaftlich gewesen. Es wird vermutet, dass "Voices" ohnehin nur eine temporäre Brückenlösung ist, bis 2026 eine komplett neue Headline-Show für das modernisierte Schiff kommt.
  • Independence of the Seas: Hier bleibt es spannend. Die Absetzung von "Grease" ist bestätigt, der Ersatz aber unklar. Sollte RCI es schaffen, eine moderne Show wie "Voices" ohne einen Werftaufenthalt (Trockendock) zu installieren, wäre das eine kleine Revolution. Bisher brauchten Shows mit aufwendiger Technik (wie die LED-Wände von "Voices") eine Generalüberholung. Gelingt dies "im laufenden Betrieb", beweist das die enorme Flexibilität der neuen Inhouse-Strategie.

Der Vorhang für "Grease" ist gefallen, aber die Show fängt erst an. Spannend bleibt: Was passiert auf der Independence? Bekommt die Harmony 2026 eine noch spektakulärere Show als "Voices"? Und: Sind "Cats" auf der Oasis of the Seas und "Mamma Mia!" auf der Allure of the Seas die nächsten, die beim Auslaufen ihrer Lizenzen durch Eigenproduktionen ersetzt werden? Vieles deutet darauf hin.

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