Routenänderung: Liberty of the Seas steuert Kanada statt Bermuda an
-
etwas MEERzeit -
13. Oktober 2025 um 12:17 -
742 Mal gelesen -
0 Antworten
Die Entscheidung zur Umleitung wurde proaktiv getroffen, um das Schiff und seine 4.375 Passagiere vor dem Unwetter zu schützen. Meteorologen hatten ein kräftiges Küsten-Tiefdrucksystem vor der US-Ostküste gemeldet, das sich zu einem Sturm mit tropensturmähnlichen Merkmalen entwickelte. Für die geplante Route wurden Windstärken von bis zu 40 Knoten (etwa 74 km/h) und Wellenhöhen von bis zu 4,9 Metern erwartet. Einzelne Wellen hätten sogar über 11 Meter hoch werden können – eine große Gefahr für jeden Schiffsverkehr.
Da die Sicherheit immer an erster Stelle steht, lenkte die Reederei die Liberty of the Seas bereits am 13. Oktober 2025 nach Norden, um dem Sturm auszuweichen. So konnte das Schiff rechtzeitig aus der Gefahrenzone gebracht werden. Diese schnelle Reaktion verhinderte auch, dass die Kreuzfahrt komplett ausfallen musste, weil das Schiff wegen des schlechten Wetters gar nicht erst in See stechen konnte.
Der Hafen von Saint John in Kanada hat sich als idealer Ausweichhafen erwiesen. Nicht nur, weil er als Teil der regulären Kanada- und Neuengland-Routen von Royal Caribbean logistisch bestens bekannt ist, sondern auch, weil er erfahren im Umgang mit solchen Umleitungen ist. In der Vergangenheit hatte Saint John bereits Schiffe aufgenommen, die vor Hurrikanen und Tropenstürmen auswichen. Der Hafen ist bestens gerüstet, um auch große Schiffe wie die Liberty of the Seas mit ihren über 150.000 Bruttoraumzahl (GT) aufzunehmen und abzufertigen.
Für die Kreuzfahrtgesellschaft bot die Wahl des kanadischen Hafens zudem einen weiteren Vorteil: Um Strafen zu vermeiden, müssen Kreuzfahrten, die in einem US-Hafen starten und enden, zwingend einen ausländischen Hafen anlaufen. Saint John in Kanada erfüllt diese rechtliche Anforderung, bekannt als Passenger Vessel Services Act (PVSA).
Der Ausfall von Bermuda, einem sehr beliebten und teuren Reiseziel, ist für die Passagiere natürlich eine große Enttäuschung. Royal Caribbean wird aber voraussichtlich einen Teil der Kosten einsparen, da die Hafengebühren in Bermuda deutlich höher sind als in Kanada. Diese Einsparungen können dann für Entschädigungen an die Passagiere genutzt werden.
Wie bei wetterbedingten Routenänderungen üblich, werden die Passagiere die Portgebühren, Steuern und alle Kosten für die bereits gebuchten Landausflüge in Bermuda zurückbekommen. Außerdem ist es denkbar, dass die Reederei weitere Kompensationen anbietet, etwa in Form von Bordguthaben oder einem Rabatt auf den Reisepreis. So soll die Unzufriedenheit der Gäste verringert und der gute Ruf des Unternehmens geschützt werden.
Obwohl einige Passagiere natürlich traurig über den entgangenen Aufenthalt in Bermuda sind, zeigt die Stimmung in den sozialen Medien überwiegend Verständnis für die Entscheidung der Reederei. Die meisten Passagiere beurteilen die Umleitung als notwendigen Schritt zur Wahrung der Sicherheit.
Die erneute Routenänderung aufgrund des Wetters zeigt, dass Kreuzfahrten im späten Herbst auf dem Atlantik anfällig für Störungen sind. Royal Caribbean könnte in Zukunft darüber nachdenken, wie diese Reisen proaktiver kommuniziert werden, um die Erwartungen der Kunden besser zu steuern. Die schnelle, professionelle Reaktion auf die Situation hat jedoch gezeigt, dass die Sicherheit der Gäste für die Reederei oberste Priorität hat.