Kreuzfahrt der Zukunft: 65 % der Neubauten setzen auf alternative Antriebe
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etwas MEERzeit -
7. Oktober 2025 um 13:14 -
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Dieser Trend ist mehr als nur eine nette Geste. Er ist eine gewaltige Investition in die Zukunft. Die neuen Schiffe, darunter die Emerald Kaia und die Seven Seas Prestige, werden die Kapazität der Branche um über 33.000 Betten erweitern. Das ist eine Investition von über 10 Milliarden US-Dollar, die zeigt, wie ernst es den Reedereien mit der Klimawende ist. Ein wichtiger Grund dafür ist die neue EU-Verordnung namens FuelEU Maritime, die ab 2025 strengere Regeln für Emissionen vorschreibt.
Ein Großteil der neuen Flotte setzt auf flüssiges Erdgas (LNG) als Treibstoff. Diese Entscheidung bietet einen großen Vorteil, denn LNG ist eine bewährte Technik. Schiffe mit Dual-Fuel-Motoren können nicht nur mit fossilem LNG, sondern auch mit umweltfreundlicherem Bio-LNG oder E-Methan betrieben werden, sobald diese in größeren Mengen verfügbar sind. So hat beispielsweise AIDA Cruises im ersten Halbjahr 2025 bereits über 3.300 Tonnen Bio-LNG verbraucht.
Doch es gibt auch eine Schattenseite, das sogenannte Methanschlupf-Paradoxon. Methan, der Hauptbestandteil von LNG, ist ein extrem schädliches Treibhausgas. Jüngste Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil des Methans unverbrannt aus den Motoren entweicht. Dieser Methanschlupf ist viel höher, als die Regulierungsbehörden angenommen hatten. Das kann die angenommene positive Klimabilanz von LNG erheblich gefährden. Deshalb gibt es auch Kritik von Umweltverbänden, die LNG als eine Art "Pseudo-Lösung" bezeichnen.
Trotzdem ist LNG eine gute Brücke, da die notwendige Infrastruktur, die sogenannten Bunkering-Hubs, bereits in vielen Häfen wie Hamburg, Rotterdam oder Singapur vorhanden ist. Während LNG die Mehrheit der Neubauten antreibt, gibt es auch Reedereien, die mutig voranschreiten. So plant Viking Cruises für 2026 ein Kreuzfahrtschiff, das mit Wasserstoff betrieben wird. Dieses Projekt zeigt, dass die Technik machbar ist, aber die Kosten sind noch sehr hoch und die Infrastruktur für die Herstellung, Lagerung und Betankung von Wasserstoff ist noch nicht ausgereift.
Auch andere grüne Technologien werden erprobt: Die neue Flotte von Orient Express wird zusätzlich zum LNG-Antrieb Segel mit SolidSail-Technologie nutzen, um Windkraft einzusetzen und so Treibstoff zu sparen. Die Kreuzfahrtbranche muss auf zwei wichtige Regelwerke achten: die EU-Verordnung FuelEU Maritime und das IMO Net-Zero Framework der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation. Beide fordern eine schrittweise Reduzierung der Emissionen. Die Reeder setzen auf LNG, um die ersten Hürden zu nehmen, müssen aber wissen, dass sie langfristig auf wirklich grüne Kraftstoffe umsteigen müssen.
Diese E-Fuels, die aus erneuerbaren Energien hergestellt werden, sind der Schlüssel, um die strengeren Ziele ab 2040 zu erreichen. Doch ihre Herstellung ist noch nicht weit verbreitet und daher extrem teuer. Es bleibt die größte Herausforderung für die Branche, die langfristige Versorgung mit diesen sauberen Kraftstoffen zu sichern. Nur wenn die Einnahmen aus dem EU-Emissionshandel in die Entwicklung dieser Kraftstoffe investiert werden, kann die Branche ihre ehrgeizigen Klimaziele erreichen.