Blohm+Voss: Hamburg wird zur Hightech-Werft für Seedrohnen
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etwas MEERzeit -
23. August 2025 um 20:10 -
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Industrie-Riese trifft auf Tech-Pionier: Die Partner hinter dem Projekt
Dieses Projekt bringt das Beste aus zwei Welten zusammen:
- Auf der einen Seite steht die NVL Group (Lürssen), ein Gigant im deutschen Schiffbau mit unendlich viel Erfahrung im Bau von komplexen Marineschiffen und Superyachten. Sie bringen die industrielle Power und das Know-how mit, um solche Projekte in großem Stil umzusetzen.
- Auf der anderen Seite die Kraken Technology Group aus Großbritannien, ein agiles und innovatives Unternehmen, das sich auf extrem schnelle und vielseitige unbemannte Boote spezialisiert hat. Ihre Technologie ist so fortschrittlich, dass sogar der NATO Innovation Fund in sie investiert hat.
Zusammen wollen sie die steigende Nachfrage nach unbemannten Systemen auf dem Wasser bedienen – sowohl für militärische Aufklärungsmissionen als auch für zivile Aufgaben wie den Schutz von Offshore-Windparks oder Unterseekabeln.
Das Schweizer Taschenmesser der See: Was können die Kraken-Drohnen?
Das Herzstück der neuen Fertigung sind die Drohnen der Kraken K-Serie. Diese sind keine gewöhnlichen Boote. Ihr Rumpfdesign stammt aus dem Hochgeschwindigkeits-Rennsport, was sie extrem schnell (bis zu 55 Knoten!) und seetüchtig macht.
Das Besondere an ihnen ist ihre extreme Modularität. Je nach Bedarf können sie für die verschiedensten Aufgaben konfiguriert werden:
- K3 Scout: Das 8,4 Meter lange Basismodell ist perfekt für schnelle Aufklärungs- und Überwachungsmissionen in Küstennähe.
- Größere Varianten: Die Plattformen können auf bis zu 18,6 Meter anwachsen und dann sogar einen ganzen 20-Fuß-Standardcontainer transportieren. Damit eignen sie sich für Logistikaufgaben, Minenabwehr oder lange Überwachungsfahrten auf hoher See.
Sie können mit Sensoren, Kameras, aber auch mit Abwehrsystemen oder Waffen bestückt werden. Diese Flexibilität macht sie zu einem echten "Schweizer Taschenmesser" für maritime Einsätze.
Warum das Ganze? Die Zukunft der Seekriegsführung
Die Entscheidung für eine Drohnen-Produktion ist eine direkte Reaktion auf die veränderte Lage auf den Weltmeeren. Das neue Stichwort heißt Manned-Unmanned Teaming (MUM-T). Die Idee dahinter: Große, bemannte Schiffe wie Fregatten arbeiten als "Mutterschiff" mit einem Schwarm von unbemannten Drohnen zusammen.
Diese Drohnen können vorausfahren, gefährliche Gebiete aufklären oder Ziele angreifen, ohne Menschenleben zu gefährden. Sie erweitern die Augen und Ohren der Besatzung um ein Vielfaches. NVL plant bereits passende Trägerschiffe, was zeigt, dass sie nicht nur Drohnen verkaufen, sondern ein komplettes, zukunftsfähiges System anbieten wollen.
Hamburg wird zum Hightech-Hafen
Für Hamburg und die Werft Blohm+Voss ist diese Ansiedlung ein riesiger Gewinn. Der traditionelle Schiffbau aus Stahl wird durch die Fertigung von Hightech-Systemen aus Verbundwerkstoffen und Software ergänzt. Das schafft neue, zukunftssichere Arbeitsplätze für Experten aus den Bereichen Robotik, KI und Softwareentwicklung.
Zudem passt das Projekt perfekt in Hamburgs Strategie, ein führendes Zentrum für autonome Technologien zu werden. Mit Initiativen wie dem Testfeld homePORT direkt auf dem Werftgelände entsteht ein einzigartiges Ökosystem, das Innovationen beschleunigt und den Standort Hamburg weiter stärkt.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die neue Drohnen-Werft bei Blohm+Voss ist mehr als nur eine neue Produktionshalle. Es ist ein klares Signal, dass der deutsche Schiffbau die Zukunft aktiv gestaltet und die technologische Souveränität Europas in einem strategisch wichtigen Feld sichert.