Star of the Seas: Kreuzfahrt-Gigant von Astronautin getauft
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etwas MEERzeit -
22. August 2025 um 12:22 -
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Das Highlight der Taufe war die Wahl der Taufpatin. Ursprünglich sollte Musik-Legende Diana Ross dem Schiff ihren Segen geben. Doch nach einer kurzfristigen Absage traf RCI eine mutige und brillante Entscheidung: Statt einer weiteren Unterhaltungsgröße wurde die Forschungsastronautin Kellie Gerardi zur Patin ernannt.
Diese Wahl ist ein Meisterstück des Marketings. Der Name des Schiffes, "Star of the Seas", der Heimathafen an Floridas "Space Coast" und eine Astronautin als Patin – das passt einfach perfekt zusammen. Es ist ein klares Signal: Royal Caribbean blickt in die Zukunft und verspricht Abenteuer und Entdeckergeist. Damit spricht die Reederei gezielt ein jüngeres Publikum an, das authentische Erlebnisse sucht.
Wie ihr Schwesterschiff, die Icon of the Seas, setzt die Star of the Seas neue Maßstäbe. Gebaut auf der Meyer-Werft in Turku, Finnland, ist sie eine schwimmende Metropole.
- Passagiere: Bis zu 7.600 Gäste
- Besatzung: ca. 2.350 Mitglieder
- Länge: Knapp 365 Meter
- Decks: 20, davon 18 für Passagiere
- Antrieb: Umweltfreundlicheres Flüssigerdgas (LNG)
Um bei so vielen Menschen an Bord ein Gefühl von Enge zu vermeiden, ist das Schiff in acht thematische Bereiche, sogenannte "Neighborhoods", unterteilt. Dieses clevere Design verteilt die Passagiere und schafft für jeden Geschmack das passende Erlebnis – vom Adrenalinkick auf Thrill Island mit dem größten Wasserpark auf See bis zur Entspannung in der familienfreundlichen Oase Surfside.
Die Star of the Seas ist keine komplette Neuentwicklung, sondern eine gezielte Weiterentwicklung der Icon-Klasse. Die "Hardware" – also der Schiffsrumpf und das grundlegende Layout – ist identisch. Die Magie liegt in der "Software", also den Erlebnissen an Bord.
Der größte Unterschied ist das Entertainment-Programm. Während auf der Icon "The Wizard of Oz" die Hauptrolle spielt, erobert auf der Star of the Seas das preisgekrönte "Back to the Future: The Musical" die Bühne. Auch kulinarisch gibt es Neues zu entdecken, zum Beispiel mit neuen Food-Ständen im "AquaDome Market", die BBQ und asiatische Küche anbieten.
Die Stationierung in Port Canaveral ist kein Zufall. Die Nähe zu den Themenparks von Orlando macht das Schiff zum direkten Konkurrenten für landgestützte Resorts. Die Reiserouten führen zudem fast immer zu Royal Caribbeans Privatinsel "Perfect Day at CocoCay". So schafft die Reederei ein geschlossenes Urlaubssystem, bei dem ein Großteil der Ausgaben im Unternehmen bleibt – eine clevere und profitable Strategie.
Der Antrieb mit Flüssigerdgas (LNG) ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist LNG deutlich sauberer als herkömmlicher Schiffsdiesel, da es Schwefeloxide und Feinstaub fast vollständig eliminiert. Andererseits warnen Kritiker vor dem sogenannten "Methanschlupf". Dabei entweicht unverbranntes Methan, ein extrem starkes Treibhausgas, in die Atmosphäre. Dieses Problem zeigt das Dilemma, in dem die Branche steckt: Auf der Suche nach nachhaltigen Lösungen sind heutige Technologien oft nur ein Kompromiss.
Die Taufe der Star of the Seas ist ein Triumph für Royal Caribbean und markiert den vorläufigen Höhepunkt der "Größer-ist-besser"-Philosophie. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob diese Schiffsklasse die Grenze des Machbaren erreicht hat. Logistische Herausforderungen und der wachsende Druck in Umweltfragen könnten die Zukunft der Kreuzfahrt in Richtung kleinerer, flexiblerer und noch nachhaltigerer Schiffe lenken. Die Star of the Seas ist somit sowohl ein Meisterwerk der Gegenwart als auch ein Symbol für die gewaltigen Zukunftsaufgaben der gesamten Branche.